Frankfurt hat rund 753.000 Einwohner und darunter etwa 94.500 Millionäre, 155 Centi-Millionäre und 15 Milliardäre – das ergibt ein Verhältnis von einem Reichen zu etwa acht "normalen" Bürgern. Laut dem Henley Global Citizens Report 2025 landet Frankfurt damit auf Platz 16 der reichsten Städte weltweit. Mainhattan, wie die Stadt liebevoll genannt wird, ist also nicht nur Finanzmetropole auf dem Papier. Die Banker, Vorstände und Gründer wohnen wirklich hier, und in der Regel in ganz bestimmten Ecken der Stadt.
Wo genau? Das schauen wir uns jetzt Stadtteil für Stadtteil an — mit echten Zahlen und Informationen, was diese Viertel so besonders macht.
Warum bleibt das Westend Frankfurts teuerste Wohnadresse?
Wer in Frankfurt Geld hat, wohnt im Westend. So einfach ist das. Das Westend teilt sich in Westend-Nord und Westend-Süd auf, wobei Westend-Süd laut Daten von immoverkauf24 aus dem ersten Quartal 2025 das offiziell teuerste Wohnviertel der ganzen Stadt ist. Im Westend liegen die Immobilienpreise fast doppelt so hoch wie im Frankfurter Durchschnitt: Wer hier kauft, zahlt etwa 11.100 Euro pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Der städtische Schnitt liegt bei rund 5.448 Euro.
Was zieht die Reichen hierher? Erstens die Lage: Das Westend liegt direkt an der Grüneburganlage, einem der schönsten Parkanlagen Frankfurts, und ist fußläufig zum Bankenviertel. Zweitens die Architektur: Breite Alleen mit Altbauvillen aus der Gründerzeit, Jugendstilhäusern und repräsentativen Vorkriegsbauten. Zu den teuersten Straßen Frankfurts zählen die Siesmayerstraße und die Myliusstraße im Westend, beide mit Verkaufspreisen von rund 6.000 Euro pro Quadratmeter und mehr. Das ist der Quadratmeterpreis – nicht der Gesamtpreis. Für ein Haus in der Siesmayerstraße musst du mit mehreren Millionen Euro rechnen.
Das Westend beheimatet Bankvorstände, Kanzleipartner, Fondsmanager und die ältesten Frankfurter Unternehmerfamilien. Es ist das Viertel, in dem der Mercedes in der Einfahrt steht, aber niemand damit prahlt.
Wo liegen in Sachsenhausen die besten Adressen?
Sachsenhausen ist zweigeteilt. Alt-Sachsenhausen mit seinen Apfelwein-Kneipen und dem quirligen Nachtleben kennt jeder Tourist. Der südlichere Teil des Stadtteils, besonders rund um den Schweizer Platz und in Richtung Lerchesberg, ist eine andere Welt.
Sachsenhausen-Nord verbindet traditionellen Apfelwein-Bezirk-Charme mit modernem Luxuswohnen. Häuser kosten im Schnitt 8.323 Euro pro Quadratmeter, die teuersten Objekte erreichen bis zu 10.490 Euro. Die geschätzte Miete liegt bei 19,50 Euro pro Quadratmeter. Der Lerchesberg, ein Hügel am südlichen Rand des Stadtteils, gilt als eine der exklusivsten Wohnadressen überhaupt, geprägt von freistehenden Villen mit großem Garten, ruhigen Straßen und der Nähe zum Stadtwald.
Sachsenhausen zieht vor allem Menschen an, die urban leben wollen, aber auch Platz und Privatsphäre brauchen. Und den Blick auf die Skyline aus der Ferne schätzen, nicht aus dem Hochhaus heraus.
Warum gilt das Nordend für viele als das lebenswerteste Viertel Frankfurts?
Das Nordend ist einer der größten und vielseitigsten Stadtteile Frankfurts. Hier treffen Künstler auf Banker, die alle diesen Stadtteil wegen seiner vielen Annehmlichkeiten gewählt haben. Nordend ist ruhig und sicher, mit einer großen Auswahl an Schulen, was es zu einem idealen Wohnort für Familien macht. Trotz der zentralen Lage in einer Metropole wie Frankfurt bewahrt Nordend ein starkes Gemeinschaftsgefühl.
Das Nordend ist nicht das teuerste Viertel, aber es gehört zu den begehrtesten. Wer hier wohnt, lebt in gründerzeitlichen Altbauwohnungen mit hohen Decken, oft renoviert und modern ausgestattet, und schätzt die Nähe zu Bethmannpark und Günthersburgpark. Viele erfolgreiche Selbstständige, Ärzte, Anwälte und Kreative leben hier – nicht weil es so teuer ist wie das Westend, sondern weil es so lebenswert ist.
Wie wurde Riedberg zum Lieblingsquartier für Familien mit Anspruch?
Riedberg ist das jüngste Nobelquartier Frankfurts und eine ganz andere Art von Wohlstand: Kein Altbau, keine Gründerzeitfassaden, stattdessen moderne Einfamilienhäuser und Doppelhäuser, breite Straßen, viel Grün und direkte Nähe zur Goethe-Universität. Riedberg zieht Familien an, die viel Platz, gute Schulen und frische Luft wollen, ohne auf Frankfurt zu verzichten. Der Ruf als sicheres, ruhiges Familienviertel ist gut verdient. Quadratmeterpreise von 5.000 bis 8.000 Euro für Neubauhäuser sind hier normal.
Warum wohnen die Superreichen oft gar nicht in Frankfurt?
Wer wirklich reich ist, wohnt manchmal gar nicht in Frankfurt selbst, sondern im Umland. Der Hochtaunuskreis sowie Main-Taunus-Kreis gehören zu den reichsten Landkreisen Deutschlands, mit Städten wie Bad Homburg, Kronberg, Königstein und Kelkheim. Hier stehen die Villen mit Tennisplatz, die Anwesen mit Pferdekoppel, die Häuser, die man von der Straße aus kaum sieht. Pendeln nach Frankfurt dauert per S-Bahn 20 bis 30 Minuten. Viele Top-Manager der Banken und DAX-Konzerne lassen sich hier nieder.
Die beliebtesten Adressen im Taunus-Umland:
- Bad Homburg vor der Höhe: Kurpark, historische Innenstadt, direkte S-Bahn in 20 Minuten
- Kronberg im Taunus: Dichte an Villen und Anwesen, waldreiche Hanglage, extrem ruhig
- Königstein im Taunus: Burgruine, Kurstadt-Flair, höchste Kaufkraft im Hochtaunuskreis
- Kelkheim: Ruhiger, etwas günstiger als Kronberg, trotzdem exklusive Villenlagen
- Oberursel: Beliebt bei Bankern, schnelle S-Bahn-Anbindung, grüne Randlage
Welches Viertel in Frankfurt ist am teuersten?
Für alle, die gerne Zahlen mögen, hier die wichtigsten Lagen im direkten Vergleich. Grundlage sind Marktdaten aus dem ersten Quartal 2025.
| Stadtteil / Lage | Ø Kaufpreis Haus (€/m²) | Charakter |
|---|---|---|
| Westend-Süd | ca. 11.100 | Teuerste Adresse Frankfurts, Bankenviertel-Nähe |
| Sachsenhausen-Nord / Lerchesberg | ca. 8.300–10.500 | Villenlage, Mainufer-Nähe, ruhig |
| Nordend | ca. 7.000–9.000 | Gründerzeitviertel, sehr begehrt, lebendig |
| Riedberg | ca. 5.000–8.000 | Neubau, familienfreundlich, ruhig |
| Hochtaunuskreis (Bad Homburg, Kronberg) | variiert stark | Villenlagen, maximale Privatsphäre, ÖPNV-Anbindung |
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