Welches sind die teuersten Stadtteile in Düsseldorf?

Oberkassel. Wer die eine Adresse nennen müsste, die Düsseldorfer Wohnluxus am besten verkörpert, landet fast immer hier. Mit durchschnittlichen Angebotsmieten von 17 bis 18 €/m² und Kaufpreisen von bis zu 10.000 €/m² in den besten Lagen gehört der linksrheinische Stadtteil zur absoluten Spitze der Stadt. 

Dicht dahinter folgen Carlstadt, Altstadt, Golzheim und Pempelfort. Düsseldorf insgesamt liegt mit rund 14 bis 15 €/m² im Stadtschnitt deutlich über dem NRW- und Bundesdurchschnitt, und das Gefälle zwischen den teuersten und günstigsten Stadtteilen beträgt rund 6 bis 8 €/m².

Alle Daten basieren auf dem Marktmietspiegel 2025/2026, der Angebotsmieten aus der VALUE Marktdatenbank abbildet, ergänzt durch Portaldaten von Immoportal, ImmoScout24 und Statista sowie Marktberichte von Engel & Völkers.

Hier ein Überblick über alle relevanten Stadtteile, bevor es in die Details geht:

Rang

Stadtteil

Ø Miete 2025

Charakter

1

Oberkassel

17 bis 18 €/m²

Rheinlage links, Jugendstil, höchste Nachfrage

2

Carlstadt

17 bis 18 €/m²

Banken- und Galerienviertel, Innenstadtnähe

3

Altstadt

16 bis 17 €/m²

Gastronomieviertel, begrenztes Wohnangebot

4

Golzheim

16 bis 17 €/m²

Rheinnähe, Bürostadt, gehobene Wohnlagen

5

Pempelfort

15 bis 16 €/m²

Urban, Young Professionals, gute Infrastruktur

6

Unterbilk

15 bis 16 €/m²

Nähe Medienhafen, lebendiges Quartier

7

Hafen/Medienhafen

15 bis 17 €/m²

Design-Neubauquartier am Rhein

8

Düsseltal

15 bis 16 €/m²

Altbau, ruhig, familienfreundlich

9

Kaiserswerth

14 bis 15 €/m²

Historisch, Rheinlage im Norden

10

Stockum

14 bis 15 €/m²

Nähe Messe und Flughafen

Oberkassel: Düsseldorfs teuerste Adresse am linken Rheinufer

Oberkassel liegt linksrheinisch gegenüber der Innenstadt, verbindet Jugendstilvillen und hochwertige Altbauten mit einer lebendigen, aber nicht überlaufenen Gastronomie und einem Flair, das viele andere Stadtteile nicht replizieren können. Gutverdienende Paare, Familien, Freiberufler und Unternehmer prägen die Nachfrage, das Angebot an großen Eigentumswohnungen bleibt knapp. Das Ergebnis ist das höchste Miet- und Kaufpreisniveau der Stadt.

Die Mieten liegen im Schnitt bei 16 bis 18 €/m², in Toplagen mit hochwertigen Neubauwohnungen erreichen sie laut Marktberichten teilweise deutlich über 20 €/m². Beim Kauf liegen die Preise laut Immobilienpreise-deutschland.com bei durchschnittlich 7.000 bis 7.500 €/m², in sehr guten Lagen sind 8.000 bis 10.000 €/m² möglich. Engel & Völkers und andere Makler bestätigen Oberkassel als absolute Premiumlage mit stabil hoher Nachfrage.

Carlstadt und Altstadt: Innenstadt-Premium mit begrenztem Angebot

Carlstadt ist das traditionelle Banken- und Galerienviertel Düsseldorfs, mit vielen stilvollen Altbauten, Nähe zur Königsallee und zum Rheinufer. Die Nachfrage nach repräsentativem Wohnen ist hoch, das Angebot begrenzt. Immoportal weist für Carlstadt folgende Mietwerte aus:



Durchschnitt Kaltmiete

rund 16,50 bis 17,50 €/m²

Beliebteste Lagen

rund 19 bis 20 €/m²

Günstigere Lagen

rund 13 bis 14 €/m²

Die Altstadt, bekannt als „längste Theke der Welt", hat ein besonders knappes Wohnangebot, weil viele Gebäude gemischt genutzt werden. Trotzdem oder gerade deshalb landen die Durchschnittsmieten auf ähnlichem Niveau wie Carlstadt.

Beim Kauf liegen beide Stadtteile für Bestandsobjekte bei 6.000 bis 7.500 €/m², Neubauten liegen darüber.

Golzheim: Besserverdienerlage zwischen Bürostadt und Rhein

Golzheim liegt nördlich der Innenstadt, geprägt durch Bürogebäude, Hotels und gehobene Wohnlagen entlang des Rheinufers. Die Nähe zu den Rheinwiesen und zur Innenstadt macht den Stadtteil wohnlich attraktiv, Marktberichte beschreiben ihn als „klassische Besserverdienerlage mit hohem Anteil an Single- und Paarhaushalten".

Die Angebotsmieten liegen typischerweise bei 15 bis 18 €/m², Engel & Völkers beziffert die Kaufpreise für Wohnungen auf rund 6.500 bis 8.000 €/m², Premium-Neubauten am Rhein liegen darüber.

Pempelfort: Urbane Trendlage für Young Professionals

Pempelfort ist dicht bebaut, urban, mit lebendiger Gastronomie, vielen Büros und kreativen Dienstleistern, zentral gelegen zwischen Innenstadt, Derendorf und Golzheim. Engel & Völkers nennt Pempelfort als gefragte mittlere bis obere Lage mit fortlaufender Aufwertung.

Die Durchschnittsmieten liegen im Schnitt bei 14 bis 16 €/m², Premiumobjekte liegen darüber. Eigentumswohnungen kosten häufig zwischen 5.500 und 7.000 €/m², je nach Baujahr und Lage. Young Professionals, Singles und Paare mit mittleren bis höheren Einkommen treiben die Nachfrage nach Zwei- bis Dreizimmerwohnungen und damit die Quadratmeterpreise strukturell nach oben.

Unterbilk und Medienhafen: Lifestyle und Neubaupremium am Rhein

Unterbilk ist ein beliebtes Szeneviertel mit vielen Bars, Restaurants und kleinen Läden, dazu kommt die Nähe zum Regierungsviertel. Die Durchschnittsmieten liegen bei rund 15 bis 16 €/m², mit starken Aufschlägen in Neubauprojekten und Rheinlage.

Der Medienhafen im Stadtteil Hafen ist eine eigene Kategorie: moderne Architektur, Büro- und Wohnhochhäuser, vermarktet als Designadresse am Wasser. Immoportal weist hier Durchschnittsmieten von 15 bis 17 €/m² aus, Spitzenobjekte wie Lofts und Penthouse-Neubauten liegen deutlich darüber. Das Angebot an hochwertigen Mietwohnungen ist begrenzt, die Nachfrage entsprechend hoch.

Düsseltal: Gediegene Altbaulage mit hohen Decken und Dielenböden

Düsseltal, auch Zoo-Viertel genannt, ist eine etablierte, ruhige Wohnlage mit vielen Altbauten, Dielenböden und hohen Decken, beliebt bei Familien und Besserverdienenden mittleren Alters. Statista und Mietspiegel.info verorten den Stadtteil im oberen Drittel Düsseldorfs mit Durchschnittsmieten von 15 bis 16 €/m².

Beim Kauf liegen die Preise für Wohnungen häufig zwischen 6.000 und 7.500 €/m², in grünen Lagen und sanierten Altbauten auch darüber.

Kaiserswerth und Stockum: Teure Lagen im Norden der Stadt

Kaiserswerth liegt im Norden Düsseldorfs am Rhein, historisch geprägt durch die Kaiserpfalz, mit vielen Einfamilienhäusern, gehobenen Reihenhäusern und hochwertigen Wohnanlagen. Internationale Schulen und das historische Ambiente ziehen Expats und Familien an, die Kaufpreise liegen in guten Lagen klar über 6.000 €/m². Die Durchschnittsmieten liegen laut Statista bei rund 14 bis 15 €/m².

Stockum profitiert von der Nähe zu Messe und Flughafen und zieht entsprechend Messe-Beschäftigte und international mobile Haushalte an. Immoportal weist folgende Mietwerte aus:



Durchschnitt Kaltmiete

rund 14 bis 15 €/m²

Beliebte Lagen

15 bis 16 €/m²

Hubbelrath: Villen und Landhaus-Flair am Stadtrand

Hubbelrath ist eine besondere Kategorie im Düsseldorfer Markt. Die Mieten liegen im Schnitt nicht zwingend über den innerstädtischen Premiumlagen, oft bei 12 bis 14 €/m², aber durch große Wohnflächen entstehen hohe absolute Monatsmieten.

Kaufpreisseitig ist Hubbelrath eine der teuersten Lagen im Düsseldorfer Stadtgebiet: große Villen, Reitanlagen und Landhäuser mit Quadratmeterpreisen teils deutlich über 7.000 €/m². Golfplätze, Reitställe und viel Grün machen Hubbelrath zur klassischen High-End-Ruhelage für sehr zahlungskräftige Käufer, weniger zum typischen Mietwohnungsmarkt.

Günstigste Stadtteile: Garath, Hellerhof und Hassels am anderen Ende der Skala

Am anderen Ende der Preisskala stehen Garath und Hellerhof mit Mieten von teils nur 9 bis 10 €/m², geprägt durch Geschosswohnungsbau der 1960er und 1970er Jahre in peripherer Lage. Hassels, Vennhausen und Lierenfeld folgen im 10 bis 12 €/m²-Korridor. Der Abstand zwischen dem teuersten und günstigsten Stadtteil beträgt damit rund 6 bis 8 €/m², was bei einer 80-Quadratmeter-Wohnung eine jährliche Mietdifferenz von mehreren Tausend Euro bedeutet.

Oberkassel führt, Carlstadt und Golzheim folgen: Düsseldorfs Premiummarkt konzentriert sich auf wenige Stadtteile mit stabiler Nachfrage und knappem Angebot

Düsseldorf gehört zu den teuersten Wohnstandorten in NRW, und die Hochpreislagen konzentrieren sich auf ein klar abgrenzbares Segment: Oberkassel, Carlstadt, Altstadt, Golzheim und Pempelfort liegen sowohl bei Mieten als auch bei Kaufpreisen weit über dem Stadtdurchschnitt. Rheinlage, historische Bausubstanz, gute Infrastruktur und begrenztes Angebot sind die wichtigsten Preistreiber.

Dahinter folgen Unterbilk, Medienhafen, Düsseltal, Kaiserswerth und Stockum als zweite Preisspitze. Garath, Hellerhof und Hassels im Süden der Stadt bieten mit 9 bis 12 €/m² einen deutlich günstigeren Einstieg, auf Kosten von Lage, Prestige und teils Infrastruktur. Wer in Düsseldorf wohnen möchte, zahlt in fast jedem Stadtteil mehr als anderswo in NRW. In Oberkassel zahlt man nochmals deutlich mehr als im Rest von Düsseldorf.

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AUTOR

Carlos Arad

Carlos ist Autor bei Omaze Deutschland und schreibt seit Jahren zu Themen rund um Finanzen, Lifestyle und Immobilien. Seine Leidenschaft für besondere Immobilien hat er bereits in seiner Kindheit als Sohn eines Bauleiters für sich entdeckt.