Es gibt Autos, die man kauft. Und dann gibt es Rolls-Royce. Genauer gesagt: dann gibt es die neun Fahrzeuge auf dieser Liste. Wer hier kauft, wartet jahrelang auf sein Bestelldatum, diskutiert mit Ingenieuren über seidenstickerei und fragt nach dem Preis nur einmal, weil er ihn danach nicht mehr vergisst. Diese Maschinen sind keine Autos mehr. Sie sind Kunstwerke mit Verbrennungsmotor.
Welche sind die 9 teuersten Rolls-Royce der Welt?
Von einem Roadster mit hundert handgestickten Rosenblättern im Innenraum bis zu einem 117 Jahre alten Silberauto, für das ein Sammler 75 Millionen US-Dollar bot: Diese neun Fahrzeuge zeigen, wozu eine Marke fähig ist, wenn Geld keine Rolle spielt und Handwerk keine Grenzen kennt.
Rolls-Royce Boat Tail (2021): ca. 23 bis 28 Millionen Euro
Der Boat Tail ist offiziell der teuerste straßenzugelassene Neuwagen der Welt. Drei Exemplare wurden gebaut, jedes über einen rund vierjährigen Entwicklungsprozess für einen einzelnen Kunden. Rolls-Royce selbst nennt keinen Preis, Medien- und Branchenschätzungen landen einheitlich zwischen 23 und 28 Millionen Euro, je nach Quelle und Kurs.
5,79 Meter Länge, 6,75-Liter-Biturbo-V12 mit 563 PS, 8-Gang-Automatik. Das Heckdeck klappt auf und enthüllt einen integrierten Champagnerkühler mit passendem Picknick-Set und Sonnenschirm. Eines der drei Exemplare soll laut Medienberichten Jay-Z und Beyoncé gehören.
Rolls-Royce La Rose Noire Droptail (2023): ca. 25 bis 32 Millionen US-Dollar
Inspiriert von der Schwarzen Baccara-Rose. Im Innenraum verarbeitet: über 100 handgefertigte, seidenbestückte Rosenblätter. La Rose Noire ist das erste der vier individuell konfektionierten Droptail-Modelle, ein reiner Zweisitzer-Roadster und eine bewusste Rückkehr zur klassischsten aller Karosserieformen. Rolls-Royce nennt auch hier keinen offiziellen Preis, Branchenschätzungen gehen von 25 bis 32 Millionen US-Dollar aus.
Rolls-Royce Amethyst Droptail (2023): achtstellig
Das zweite Werk der Droptail-Reihe. Die gesamte Innenausstattung spielt mit den Farbtönen von violettem Amethyst-Kristall. Wie alle vier Droptail-Fahrzeuge ist auch der Amethyst ein Einzelstück, gebaut nach den persönlichen Wünschen eines einzigen Kunden. Der genaue Preis bleibt wie bei allen Coachbuild-Projekten intern, Schätzungen landen durchweg im achtstelligen Bereich.
Rolls-Royce Droptail für den Kronprinzen von Johor (2024): über 30 Millionen US-Dollar
Das vierte und letzte der gebauten Droptail-Exemplare, nach Medienberichten für den Kronprinzen von Johor gefertigt. Es gilt als das Fahrzeug mit dem höchsten Schätzwert innerhalb der Droptail-Serie, mit kolportierten über 30 Millionen US-Dollar. Technische Details und Ausstattung wurden nicht öffentlich kommuniziert, was bei diesem Klientel keine Ausnahme, sondern die Regel ist.
Rolls-Royce Droptail, viertes Exemplar (2024): achtstellig
Das dritte Exemplar der Droptail-Reihe, ebenfalls ein individuell nach Kundenwunsch gefertigtes Einzelstück mit eigenem künstlerischem Thema. Wie alle Fahrzeuge der Reihe wurde kein offizieller Preis kommuniziert, die Branchenschätzungen folgen dem Muster der anderen Droptails und landen im achtstelligen Bereich.
Rolls-Royce Sweptail (2017): ca. 11,5 bis 13 Millionen Euro
Der Sweptail war das erste bespoke Einzelstück der neu gegründeten Coachbuild-Abteilung von Rolls-Royce und hielt bei seiner Vorstellung kurzzeitig den Weltrekord als teuerstes neu produziertes Automobil. Auffälligstes Merkmal ist ein durchgehendes Panorama-Glasdach, kombiniert mit handgefertigten Innenraumdetails aus seltenen Hölzern und Leder. Die Preisschätzungen variieren zwischen 11,5 und 13 Millionen Euro, einen offiziellen Preis hat Rolls-Royce nie bestätigt.
Rolls-Royce „The Silver Ghost" (1907): Versicherungswert 35 Millionen US-Dollar
Das Fahrzeug, das den Ruf einer ganzen Marke begründete. Im Jahr 1907 legte „The Silver Ghost" in einem historischen Zuverlässigkeitstest knapp 15.000 Meilen zurück, ohne ein einziges Bauteil zu ersetzen. Im Jahr 2005 wurde sein Versicherungswert auf 35 Millionen US-Dollar taxiert, was ihn zeitweise zum wertvollsten Auto der Welt machte. Einem inoffiziellen Bericht zufolge bot ein Sammler im Sommer 2019 sogar bis zu 75 Millionen US-Dollar für dieses Fahrzeug.
Rolls-Royce 10EX Experimental Touring Limousine (1963): 7,3 Millionen US-Dollar
Der 10EX war kein Kundenfahrzeug, sondern ein von Rolls-Royce selbst gebautes Experimentalfahrzeug zur Erprobung neuer Technologien. Dieses Einzelstück erzielte im Jahr 2018 bei einer öffentlichen Auktion 7,3 Millionen US-Dollar und ist damit der teuerste jemals öffentlich versteigerte Rolls-Royce. Seltenheit schlägt hier jeden anderen Faktor.
Rolls-Royce Phantom I „Round Door" (1926): 7,2 Millionen US-Dollar
Das charakteristischste Merkmal dieses Vorkriegsmodells ist seine runde Tür, ein konstruktives Detail, das in dieser Form einmalig geblieben ist. Im Jahr 2018 wurde der Phantom I „Round Door" für 7,2 Millionen US-Dollar versteigert und bestätigt damit, was Kenner ohnehin wissen: Historische Rolls-Royce-Einzelstücke erzielen auf dem Sammlermarkt Preise, die reguläre Serienfahrzeuge weit hinter sich lassen.
| Rang | Modell | Baujahr | Preis ca. | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Boat Tail | 2021 | 23 bis 28 Mio. Euro | 3 Exemplare, Champagnerkühler im Heck |
| 2 | La Rose Noire Droptail | 2023 | 25 bis 32 Mio. US-Dollar | 100+ seidenbestückte Rosenblätter im Innenraum |
| 3 | Amethyst Droptail | 2023 | achtstellig | Amethyst-inspirierte Innenausstattung |
| 4 | Droptail Kronprinz Johor | 2024 | über 30 Mio. US-Dollar | Letztes der vier Droptail-Einzelstücke |
| 5 | Droptail, viertes Exemplar | 2024 | achtstellig | Individuelles Coachbuild-Einzelstück |
| 6 | Sweptail | 2017 | 11,5 bis 13 Mio. Euro | Erstes Coachbuild-Einzelstück der Neuzeit |
| 7 | „The Silver Ghost" | 1907 | 35 Mio. US-Dollar (Versicherung 2005) | Begründete den Ruf der Marke |
| 8 | 10EX Experimental Touring Limousine | 1963 | 7,3 Mio. US-Dollar (Auktion 2018) | Teuerster je versteigerte Rolls-Royce |
| 9 | Phantom I „Round Door" | 1926 | 7,2 Mio. US-Dollar (Auktion 2018) | Einmalige runde Tür, Vorkriegs-Einzelstück |
Zum Vergleich: Der reguläre Phantom, Rolls-Royces Flaggschiff aus dem Serienangebot, startet in Deutschland bei rund 520.000 bis 600.000 Euro. Der Cullinan, das erste SUV der Marke, bei rund 340.000 US-Dollar. Selbst der gepanzerte Cullinan für rund 1,07 Millionen US-Dollar wirkt neben dem Boat Tail wie ein vernünftiger Kompromiss.
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