Welche sind die 9 teuersten Lamborghini der Welt?

Lamborghini wurde nicht gegründet, um vernünftig zu sein. Ferruccio Lamborghini begann im Jahr 1963 damit, Sportwagen zu bauen, weil er mit einem Ferrari unzufrieden war und dem Gründer persönlich sagte, sein Auto sei schlecht. Was seitdem entstand, ist eine Marke, die Vernunft grundsätzlich für überbewertet hält. Die teuersten Modelle dieser Geschichte reichen von einem Kampfjet auf vier Rädern bis zu einem Rennwagen, der 117 Millionen Dollar kostete und seitdem niemand mehr gesehen hat.

Welche sind die 9 teuersten Lamborghini der Welt?

Diese Liste verbindet private Rekordtransaktionen mit öffentlichen Auktionspreisen und aktuellen Hypercar-Einzelstücken. Fünf der neun Fahrzeuge wurden in weniger als zehn Exemplaren gebaut, eines davon genau einmal. Alle neun zeigen, was passiert, wenn eine Marke beim Wort Kompromiss einfach den Raum verlässt.

Lamborghini Egoista (2013): ca. 117 Millionen US-Dollar

Der Egoista war im Jahr 2013 als reines Einzelstück und Designstudie zum 50-jährigen Jubiläum der Marke entstanden, und er sollte ursprünglich nie das Lamborghini-Museum verlassen. Konzeptionell ist er ein Kampfjet auf vier Rädern: eine cockpitartige Einzelsitzkabine, eine Ästhetik, die vom Militärflugzeug abstammt, und ein 5,2-Liter-V10-Motor mit über 600 PS. Einer der extremsten Autos, die je gebaut wurden, und niemand außerhalb des Museums sollte ihn je fahren.

Dann kam der Januar des Jahres 2025. Lamborghini verkaufte den Egoista an einen anonym gebliebenen Sammler, mehrere Fachmedien bestätigten den Transaktionswert von rund 117 Millionen US-Dollar. Seit dem Verkauf ist kein einziges neues Foto oder Lebenszeichen des Fahrzeugs mehr aufgetaucht. Das Auto ist verschwunden, irgendwo in einer Garage, die offensichtlich niemand kennt, und genau das macht seinen Status noch größer.

Lamborghini Veneno Roadster (2014): 8,3 Millionen US-Dollar

Der Veneno Roadster hält den Rekord als teuerster öffentlich bei einer Auktion versteigerter Lamborghini. Im Jahr 2019 erzielte ein weißes Exemplar bei Bonhams in Bonmont, Schweiz, 8.280.000 Schweizer Franken, umgerechnet rund 8,3 Millionen US-Dollar. Der ursprüngliche Listenpreis des Modells hatte im Jahr 2013 bei 4,5 Millionen US-Dollar gelegen, was zeigt, wie stark Seltenheit den Marktpreis antreiben kann. Von der Roadster-Version wurden nur neun Exemplare gebaut.

Was das versteigerte Exemplar außerdem besonders macht: Es stammte aus einer Sammlung, die im Jahr 2016 von der Genfer Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden war und dem Sohn des Präsidenten von Äquatorialguinea gehört hatte. Seltenheit und Geschichte zusammen ergeben in diesem Fall 8,3 Millionen Dollar.

Lamborghini Sesto Elemento (2010): ca. 4 bis 9 Millionen US-Dollar

Sesto Elemento bedeutet sechstes Element und ist benannt nach Kohlenstoff im Periodensystem. Das erklärt das Konzept: Das gesamte Fahrzeug besteht aus Karbonfaser, radikal leicht, radikal steif, radikal selten. Ein 5,2-Liter-V10-Motor mit 570 PS treibt einen Wagen an, der so wenig wiegt, dass die Leistungsentfaltung eine ganz andere Qualität bekommt als in schweren Hypercars.

Der ursprüngliche Listenpreis lag bei rund vier Millionen US-Dollar. Unbestätigte Berichte über spätere Privatverkäufe nennen bis zu neun Millionen US-Dollar. Weil nur sehr wenige Exemplare produziert wurden und das Fahrzeug nie für den Straßenverkehr homologiert war, zählt der Sesto Elemento zu den seltensten und begehrtesten Lamborghini-Konzeptfahrzeugen der Markengeschichte.

Lamborghini SC18 Alston (2019): ca. 7 Millionen Euro

Der SC18 Alston ist ein reines Einzelstück, 1-of-1, gebaut auf Basis des Aventador exklusiv für einen einzigen Kunden. Ein 6,5-Liter-V12-Motor mit 770 PS, Beschleunigung von null auf 100 km/h in 2,8 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 350 km/h. Der geschätzte Wert liegt bei fast sieben Millionen Euro. Mehr Details über den Kunden oder das Fahrzeug sind nicht öffentlich, was bei dieser Preisklasse und diesem Käuferkreis ebenfalls keine Überraschung ist.

Lamborghini Miura P400 SV (1972): 4,9 Millionen US-Dollar

Der Miura ist der Ursprung von allem. Als er im Jahr 1966 vorgestellt wurde, gab es so etwas wie einen Supersportwagen im modernen Sinne noch nicht. Der Miura erfand die Kategorie, und mit ihr die Lamborghini-DNA, die bis heute erkennbar ist. Die Karosserie stammte von Bertone, der Mittelmotor-V12-Grundriss wurde zur Blaupause für eine ganze Industrie.

Ein Exemplar der Topversion P400 SV aus dem Jahr 1972 erzielte im Juni des Jahres 2024 bei einer Auktion 4,9 Millionen US-Dollar, während der durchschnittliche Marktpreis für Miura-Modelle bei rund 2,26 Millionen US-Dollar liegt. Die Spanne zwischen beiden Zahlen zeigt, wie stark Zustand, Dokumentation und Herkunft eines einzelnen Exemplars den Wert treiben können.

Lamborghini Reventón Roadster (2009): 1,5 bis 2,2 Millionen US-Dollar

Der Reventón Roadster war zum Zeitpunkt seiner Vorstellung eines der exklusivsten Fahrzeuge der Marke. Ein 6,5-Liter-V12-Motor mit 650 PS, ein Design, das direkt vom Kampfflugzeug abstammt, und eine streng limitierte Stückzahl. Der ursprüngliche Verkaufspreis lag je nach Konfiguration und Quelle zwischen 1,5 und 2,2 Millionen US-Dollar. Wer einen Roadster bekam, bekam ihn, weil Lamborghini es entschied, nicht weil man einfach bestellen konnte.

Lamborghini Centenario (2016): 1,9 bis 2,2 Millionen US-Dollar

Zum 100. Geburtstag von Firmengründer Ferruccio Lamborghini baute die Marke im Jahr 2016 genau 40 Fahrzeuge: 20 Coupés und 20 Roadster. Ein 6,5-Liter-V12-Motor mit 770 PS, ein aerodynamisches Konzept, das ausdrücklich auf Rekordwerte bei Abtrieb und Topspeed ausgerichtet war, und ein Ursprungspreis von rund 1,9 bis 2,2 Millionen US-Dollar. Da alle 40 Exemplare bereits vor der offiziellen Vorstellung verkauft waren, bewegen sich spätere Marktpreise bei Auktionen deutlich darüber.

Lamborghini Sián FKP 37 (2021): 2,37 bis 3,6 Millionen US-Dollar

Der Sián FKP 37 ist Lamborghinis erstes Hybrid-Hypercar. Basis ist der 6,5-Liter-V12-Motor des Aventador, ergänzt um ein Superkondensator-basiertes Hybridsystem, das für schnellere Energieabgabe als konventionelle Batterien sorgt. Gebaut wurden genau 63 Coupés, das Modell ist benannt nach dem Spitznamen von Stephan Winkelmann, dem ehemaligen Audi- und Lamborghini-Chef. Bei einer RM Sotheby's-Auktion im Jahr 2025 erzielte ein Exemplar 2.370.000 US-Dollar, frühere Marktschätzungen bei Einführung lagen bei rund 3,6 Millionen US-Dollar.

Lamborghini Aventador LP 780-4 Ultimae, letztes Exemplar (2022): 1,6 Millionen US-Dollar

Das allerletzte je gebaute Lamborghini-Aventador-Coupé wurde im Jahr 2022 bei einer speziellen Abschluss-Auktion für 1.603.125 US-Dollar versteigert und markierte damit das offizielle Ende einer Baureihe nach elf Produktionsjahren. Der Käufer erhielt zusätzlich zum Fahrzeug ein spezielles NFT als digitales Echtheitszertifikat. Was dieses Exemplar von allen anderen Aventadors unterscheidet, ist nicht die Technik, sondern die Tatsache, dass es das letzte ist. Nummer eins bekommt immer jemand, Nummer letzte auch.

Rang Modell Baujahr Preis Besonderheit
1 Egoista 2013 ca. 117 Mio. US-Dollar (Privatverkauf 2025) Einzelstück, Jet-Design, seit Verkauf nicht mehr gesehen
2 Veneno Roadster 2014 8,3 Mio. US-Dollar (Auktion 2019) 9 Exemplare, teuerster öffentlich versteigerter Lamborghini
3 Sesto Elemento 2010 ca. 4 bis 9 Mio. US-Dollar Vollkarbonfaser-Konzept, kein Straßenzulassung
4 SC18 Alston 2019 ca. 7 Mio. Euro 1-of-1 auf Aventador-Basis, 770 PS
5 Miura P400 SV 1972 4,9 Mio. US-Dollar (Auktion 2024) Erster Supersportwagen der Geschichte
6 Reventón Roadster 2009 1,5 bis 2,2 Mio. US-Dollar Kampfjet-Design, streng limitiert
7 Centenario 2016 1,9 bis 2,2 Mio. US-Dollar 40 Exemplare, 100. Geburtstag Ferruccio Lamborghini
8 Sián FKP 37 2021 2,37 bis 3,6 Mio. US-Dollar Erstes Hybrid-Hypercar der Marke, 63 Exemplare
9 Aventador LP 780-4 Ultimae, letztes Exemplar 2022 1,6 Mio. US-Dollar (Auktion) Letztes je gebautes Aventador-Coupé, inkl. NFT

Zum Einordnen: Der Huracán LP580-2 als günstigster Neuwagen der Marke startete bei rund 378.900 US-Dollar, der Aventador SVJ als teuerstes reguläres Serienmodell bei rund 949.640 US-Dollar. Klassische Countach-Modelle aus den 1980er-Jahren erzielen je nach Zustand zwischen 800.000 und 1,6 Millionen US-Dollar, die limitierte Neuauflage Countach LPI 800-4 liegt bei über 2,5 Millionen US-Dollar. Alles andere auf dieser Liste spielt in einer anderen Welt.

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AUTOR

Carlos Arad

Carlos ist Autor bei Omaze Deutschland und schreibt seit Jahren zu Themen rund um Finanzen, Lifestyle und Immobilien. Seine Leidenschaft für besondere Immobilien hat er bereits in seiner Kindheit als Sohn eines Bauleiters für sich entdeckt.