Von den 20 höchsten je bei Auktionen erzielten Autopreisen weltweit sind 15 Ferraris. Nicht zehn, nicht zwölf. Fünfzehn. Das sagt mehr über die Stellung dieser Marke im Sammlermarkt als jede Analyse. Ferrari hat eine einzige Baureihe gebaut, den 250 GTO, der allein fünf der neun Plätze dieser Liste belegt. Wer einen besitzt, besitzt eines der wertvollsten beweglichen Objekte auf dem Planeten.
Welche sind die 9 teuersten Ferrari der Welt?
Diese Liste verbindet private Rekordtransaktionen mit öffentlichen Auktionspreisen aus sechs Jahrzehnten Sammlergeschichte. Alle Fahrzeuge wurden in den 1950er, 1960er und 1970er Jahren gebaut, keines davon in einer nennenswerten Stückzahl, und keines hat seitdem an Wert verloren. Vier der neun wurden in der Rennkarriere von Formel-1-Weltmeistern gefahren.
Ferrari 250 GTO Chassis 4153GT (1963): 70 Millionen US-Dollar
Das ist der teuerste Ferrari, der je den Besitzer gewechselt hat, und gleichzeitig einer der höchsten Preise, die je für ein Automobil gezahlt wurden. Im Jahr 2018 kaufte David MacNeil, Gründer und CEO von WeatherTech, das Fahrzeug von einem deutschen Sammler für 70 Millionen US-Dollar. Der Deal wurde privat abgewickelt und vom weltweit führenden Ferrari-Sammlerauto-Experten Marcel Massini vermittelt.
Was dieses konkrete Exemplar unter den 36 gebauten GTOs besonders macht: Es gewann im Jahr 1964 die Tour de France. Rennsieg und Provenienz zusammen ergeben einen Preis, den kein öffentliches Auktionshaus je erzielen konnte.
Ferrari 250 GTO Chassis 5111GT (1962): 52 Millionen US-Dollar
Im Jahr 2013 verkaufte der Connecticut-Sammler Paul Pappalardo dieses Fahrzeug für 52 Millionen US-Dollar an einen unbenannten Käufer. Damit hielt es fast fünf Jahre lang den Rekord als teuerstes Fahrzeug der Welt überhaupt, privat oder öffentlich, Ferrari oder nicht. Zum damaligen Wechselkurs entsprach das rund 41,07 Millionen Euro.
Auch dieser Verkauf lief komplett privat, ohne Auktionshaus, ohne öffentliche Bieterrunde. Wer solche Summen bewegt, braucht keine Bühne.
Ferrari 330 LM/250 GTO Chassis 3765GT (1962): 51,7 Millionen US-Dollar
Am 13. November des Jahres 2023 erzielte dieses Fahrzeug bei RM Sotheby's in New York 51.705.000 US-Dollar und ist damit der teuerste je bei einer öffentlichen Auktion verkaufte Ferrari. Das Fahrzeug war fast vier Jahrzehnte lang nicht öffentlich zum Verkauf angeboten worden, was seine Seltenheit auf dem Markt zusätzlich unterstrich. Trotz des Auktionsrekords für Ferrari blieb der Preis unter dem absoluten Weltrekord für Autos, den seit dem Jahr 2022 ein Mercedes-Benz 300 SLR Uhlenhaut Coupé mit rund 135 bis 142 Millionen Euro hält.
Ferrari 250 GTO Chassis 3413GT (1962): 48,4 Millionen US-Dollar
Bei der RM Sotheby's Monterey-Auktion am 26. August des Jahres 2018 wechselte dieses Fahrzeug für 48,4 Millionen US-Dollar den Besitzer und war zu diesem Zeitpunkt der teuerste je bei einer Auktion versteigerte Ferrari überhaupt. Der bisherige Rekord aus dem Jahr 2014 lag bei 38,115 Millionen US-Dollar. Fünf Jahre später überbot ihn das Chassis 3765GT. So funktioniert dieser Markt: Rekorde werden gesetzt, und dann werden sie wieder gebrochen.
Ferrari 335 S Spider Scaglietti Chassis 0674 (1957): 35,7 Millionen US-Dollar
Von diesem Modell wurden weltweit nur vier Exemplare gebaut, was es zu einem der seltensten Ferrari-Modelle überhaupt macht. In seiner aktiven Rennkarriere saßen hinter dem Steuer Formel-1-Legenden wie Stirling Moss, Peter Collins und Mike Hawthorn. Technisch verfügt das Fahrzeug über einen 4,1-Liter-V12-Motor mit 400 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von rund 306 km/h.
Bei der Artcurial Retromobile-Auktion im Jahr 2016 in Paris erzielte es 35.711.359 US-Dollar, was zum damaligen Zeitpunkt in Euro und Pfund einen neuen Weltrekord für ein bei einer Auktion verkauftes Automobil darstellte. Vier Exemplare, drei Weltmeister-Fahrer, ein Auktionsrekord.
Ferrari 250 GTO Chassis 3851GT (1962): 38,1 Millionen US-Dollar
Dieses Fahrzeug hat eine Unfallhistorie, und trotzdem war es im Jahr 2014 das erste Auto überhaupt, das bei einer öffentlichen Auktion die 38-Millionen-Dollar-Marke durchbrach. Die Auktion fand bei Bonhams in Quail Lodge, Kalifornien statt. Das Fahrzeug war im Jahr 1962 von Jo Schlesser und Henri Oreiller bei der Tour de France gefahren worden. Beim 250 GTO addieren Rennhistorie und Originalzustand einen Preis, den selbst ein Unfall nicht nachhaltig drücken konnte.
Ferrari 290 MM (1956): 28,05 Millionen US-Dollar
Auch der 290 MM wurde nur in vier Exemplaren gebaut, und auch hier findet sich ein Formel-1-Weltmeister in der Fahrerhistorie: Juan Manuel Fangio steuerte dieses Fahrzeug in seiner Rennkarriere. Bei einer öffentlichen Auktion erzielte der 290 MM 28,05 Millionen US-Dollar und war zu seiner Zeit das drittteuerste je bei einer öffentlichen Auktion versteigerte Fahrzeug weltweit. Vier Exemplare, ein Weltmeister, und Platz drei der teuersten jemals versteigerten Autos der Welt.
Ferrari 275 GTB/4 N.A.R.T. Spider (1967): 27,5 Millionen US-Dollar
Das Kürzel N.A.R.T. steht für North American Racing Team, Ferraris nordamerikanisches Rennteam, und verweist auf die enge Verbindung dieses Modells zum Rennsport der 1960er-Jahre. Bei der RM Sotheby's Monterey-Auktion im Jahr 2013 erzielte dieses Fahrzeug 27,5 Millionen US-Dollar. Die Seltenheit des Modells, kombiniert mit seiner direkten Verbindung zum nordamerikanischen Ferrari-Rennsport, erklärt den Preis besser als jede technische Beschreibung es könnte.
Ferrari 275 GTB Competizione Speziale (1964): 26,4 Millionen US-Dollar
Der Zusatz Speziale verweist auf eine individuell modifizierte Wettbewerbsausführung, die sich technisch und optisch von den regulären 275er-Modellen unterscheidet und damit ein Einzelstück innerhalb einer ohnehin seltenen Baureihe ist. Im Jahr 2014 erzielte dieses Fahrzeug bei einer Auktion 26,4 Millionen US-Dollar. Wettbewerbsvariante, Einzelausführung, neun Ziffern vor dem Komma.
Was macht den 250 GTO so besonders?
Da der 250 GTO fünf der neun Plätze belegt, lohnt sich ein kurzer Blick auf das Fahrzeug selbst. Zwischen den Jahren 1962 und 1964 wurden exakt 36 Exemplare gebaut, und bis heute sind alle 36 erhalten. Das ist eine Besonderheit, die es bei kaum einem anderen Rennwagen dieser Ära gibt, und sie erklärt einen erheblichen Teil der Wertsteigerung.
Technisch treibt ein V12-Motor mit 2.953 cm³ Hubraum, sechs Weber-Doppelvergasern und 297 PS bei 7.400 Umdrehungen pro Minute den Wagen an. Das Trockengewicht liegt bei 900 Kilogramm, die Höchstgeschwindigkeit bei 250 km/h, die Beschleunigung von null auf 100 km/h bei 5,6 Sekunden. Der Originalpreis im Jahr 1962 auf dem US-Markt betrug 18.000 US-Dollar, kaufkraftbereinigt heute rund 160.790 Euro. Was daraus wurde, steht in der Tabelle oben.
| Rang | Modell | Baujahr | Preis | Verkaufsart |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 250 GTO Chassis 4153GT | 1963 | 70 Mio. US-Dollar (2018) | Privatverkauf |
| 2 | 250 GTO Chassis 5111GT | 1962 | 52 Mio. US-Dollar (2013) | Privatverkauf |
| 3 | 330 LM/250 GTO Chassis 3765GT | 1962 | 51,7 Mio. US-Dollar (2023) | Auktion, Ferrari-Rekord |
| 4 | 250 GTO Chassis 3413GT | 1962 | 48,4 Mio. US-Dollar (2018) | Auktion |
| 5 | 335 S Spider Scaglietti Chassis 0674 | 1957 | 35,7 Mio. US-Dollar (2016) | Auktion, damals Euro-Weltrekord |
| 6 | 250 GTO Chassis 3851GT | 1962 | 38,1 Mio. US-Dollar (2014) | Auktion |
| 7 | 290 MM | 1956 | 28,05 Mio. US-Dollar | Auktion |
| 8 | 275 GTB/4 N.A.R.T. Spider | 1967 | 27,5 Mio. US-Dollar (2013) | Auktion |
| 9 | 275 GTB Competizione Speziale | 1964 | 26,4 Mio. US-Dollar (2014) | Auktion |
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