Aston Martin hat seit Jahrzehnten zwei Gesichter: das des eleganten Grand-Tourers, den James Bond durch Londoner Nächte steuert, und das des puristischen Rennwagens, der Le Mans gewonnen hat. Die teuersten Modelle der Marke vereinen beide Welten, und die Zahlen, die dabei entstehen, sind entsprechend eindrucksvoll. Von 22 Millionen Dollar bei einer Auktion in Monterey bis zum Einzelstück von Gordon Ramsay. Hier sind alle neun.
Welche sind die 9 teuersten Aston Martin der Welt?
Die Liste umfasst historische Auktionslegenden genauso wie aktuelle Hypercar-Einzelstücke. Was alle verbindet: Sie entstanden in kleinen Stückzahlen, haben Geschichte geschrieben oder wurden für genau einen Kunden gebaut. Fünf der neun Fahrzeuge wurden nie in Serie produziert.
Aston Martin DBR1 (1956): 22,55 Millionen US-Dollar
Der DBR1 ist der teuerste je versteigerte Aston Martin und gleichzeitig das teuerste britische Auto, das je bei einer öffentlichen Auktion den Besitzer gewechselt hat. Bei der RM Sotheby's Monterey-Auktion im August des Jahres 2017 erzielte das Fahrzeug mit der Chassisnummer DBR1/1 einen Zuschlag von 22.550.000 US-Dollar und übertraf damit die vorherige Schätzung von 20 Millionen Dollar deutlich. Es war erst das achte Fahrzeug überhaupt, das die 20-Millionen-Dollar-Marke bei einer Auktion überschritt, und der siebthöchste Auktionspreis, der je für ein Automobil erzielt wurde.
Von diesem Modell wurden insgesamt nur fünf Exemplare gebaut. Gesteuert von Legenden wie Carroll Shelby, Jack Brabham und Sir Stirling Moss gewann der DBR1 im Jahr 1959 die 24 Stunden von Le Mans und das 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring. Zwei Rennsiege, fünf Exemplare, 22 Millionen Dollar. Das ist die kurze Gleichung hinter diesem Auto.
Aston Martin DP215 (1963): 21,455 Millionen US-Dollar
Der DP215 ist ein reines Werksrennfahrzeug und das letzte von Aston Martin gebaute Wettbewerbsfahrzeug seiner Ära, speziell entwickelt für die 24 Stunden von Le Mans. Bei der RM Sotheby's Monterey-Auktion im August des Jahres 2018 erzielte es 21.455.000 US-Dollar und ist damit der zweitteuerste je versteigerte Aston Martin. Zwischen DBR1 und DP215 liegen gerade mal eine Million Dollar, und beide Auktionen fanden im Abstand von einem Jahr statt.
Aston Martin DB4 GT Zagato (1961): 14,3 Millionen US-Dollar
Als die Karosseriemanufaktur Zagato 1961 Hand an den DB4 GT legte, entstand eines der begehrtesten klassischen Sportcoupés der Marke. Die besonders leichte Aluminiumkarosserie ist kompromissloser Rennsport, verpackt in eine Form, die man heute noch für zeitlos halten würde.
Im Jahr 2015 erzielte ein DB4 GT Zagato bei einer RM Sotheby's-Auktion in New York 14,3 Millionen US-Dollar und hielt damit kurzzeitig den Markenrekord für den teuersten Aston Martin überhaupt. Zwei Jahre später überbot ihn der DBR1. Auf dem heutigen Sammlermarkt zählt der DB4 GT Zagato weiterhin zu den absoluten Spitzenobjekten der britischen Automobilgeschichte.
Aston Martin DB5 „James Bond" (1965): ca. 6,4 Millionen US-Dollar
Kein Aston Martin ist kulturell so aufgeladen wie der DB5. Seit Goldfinger im Jahr 1964 ist er das Filmauto schlechthin, und dieser Bonus macht sich beim Preis sehr konkret bemerkbar. Ein bei einer Auktion versteigertes DB5-Modell mit James-Bond-Bezug erzielte laut Fachberichten rund 6,4 Millionen US-Dollar, deutlich mehr als vergleichbare Fahrzeuge ohne diese Filmgeschichte. Der DB5 ist auch das einzige Automobil dieser Liste, das seinen Wert nicht durch Rennsiege, sondern durch eine Kinoleinwand erworben hat.
Aston Martin Victor (2020): ca. 5 Millionen US-Dollar
Der Victor ist ein reines Einzelstück, 1-of-1, mehr geht nicht. Als Basis diente eine Kombination aus One-77 und Vulcan, angereichert mit technischen Erkenntnissen aus der Valkyrie-Entwicklung. Das Ergebnis ist ein 7,3-Liter-V12-Saugmotor von Cosworth mit über 830 PS, gekoppelt an ein manuelles Schaltgetriebe. Bei modernen Hypercars ist ein Handschalter eine Rarität, beim Victor ist er das Statement.
Der geschätzte Wert liegt bei rund fünf Millionen US-Dollar. Einen Besitzer gibt es, einen einzigen, und der wollte genau dieses Fahrzeug in genau dieser Konfiguration.
Aston Martin DB3S (1955): 5,5 Millionen US-Dollar
Der DB3S war das Herzstück der Werksrennabteilung von Aston Martin in den 1950er-Jahren und diente als direkter Vorläufer der späteren Rennlegenden wie dem DBR1. Im Jahr 2016 erzielte ein DB3S bei einer Auktion 5,5 Millionen US-Dollar. Was dieses Fahrzeug interessant macht: Es ist kein Weltrekordhalter und kein Le-Mans-Sieger, aber es ist das Auto, ohne das es den DBR1 nie gegeben hätte. Manchmal ist die Vorgeschichte wertvoller als die Schlagzeile.
Aston Martin Valkyrie (2021 bis 2024): 3,2 bis 4,5 Millionen US-Dollar
Der Valkyrie ist das aufwendigste straßenzugelassene Fahrzeug in der Geschichte von Aston Martin, entstanden in Zusammenarbeit mit Red Bull Racing Advanced Technologies unter der Leitung von Formel-1-Chefdesigner Adrian Newey. Ein 6,5-Liter-V12-Saugmotor in Kombination mit einem Hybridsystem, 1.001 PS Gesamtleistung, 10.600 Umdrehungen pro Minute, maximale Drehzahl 11.100. Das ist kein Straßenauto mit Rennbezug, das ist ein Rennwagen mit Zulassung.
Zwischen November 2021 und Dezember 2024 wurden genau 275 Einheiten produziert: 150 Coupés, 85 Spider und 40 AMR-Pro-Modelle. Der Neupreis lag je nach Konfiguration zwischen 3,2 und 4,5 Millionen US-Dollar. Wer zu spät fragte, fragte vergeblich.
Aston Martin Bertone Jet (1960/1961): 3,25 Millionen Britische Pfund
Das Bertone Jet ist ein absolutes Unikat, gefertigt von der Karosseriemanufaktur Bertone eigens für den Genfer Autosalon des Jahres 1961. Es wurde nie in Serie gebaut, es gibt genau dieses eine Fahrzeug, und es blieb 25 Jahre lang beim selben Eigentümer, bevor es bei einer Bonhams-Auktion für 3.249.500 britische Pfund inklusive Aufgeld an einen europäischen Bieter ging. Zum Zeitpunkt des Verkaufs war das der höchste je für einen Aston Martin bei einer Auktion in Großbritannien erzielte Preis.
Aston Martin Valiant (2023): ca. 2,5 Millionen US-Dollar
Der Valiant schließt die Liste ab, aber nicht ohne Aufmerksamkeit zu verdienen. Zu seinen bekannten Besitzern zählt Starkoch Gordon Ramsay, und Formel-1-Pilot Fernando Alonso wurde ebenfalls beim Fahren dieses Fahrzeugs gesichtet. Der Valiant ist ein extrem limitiertes Einzelstück mit V12-Saugmotor und manueller Schaltung, als Preis werden rund 2,5 Millionen US-Dollar angegeben. Er reiht sich in die Coachbuild-Strategie von Aston Martin ein, die mit Victor und Vulcan begann: ein Fahrzeug, ein Kunde, keine Kompromisse.
| Rang | Modell | Baujahr | Preis | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| 1 | DBR1 | 1956 | 22,55 Mio. US-Dollar (Auktion 2017) | 5 Exemplare, Le-Mans-Sieger 1959 |
| 2 | DP215 | 1963 | 21,455 Mio. US-Dollar (Auktion 2018) | Letztes Le-Mans-Werksfahrzeug der Ära |
| 3 | DB4 GT Zagato | 1961 | 14,3 Mio. US-Dollar (Auktion 2015) | Zagato-Karosserie, ehemaliger Markenrekord |
| 4 | DB5 „James Bond" | 1965 | ca. 6,4 Mio. US-Dollar (Auktion) | Bekanntestes Filmauto der Marke |
| 5 | Victor | 2020 | ca. 5 Mio. US-Dollar | 1-of-1, V12 Cosworth, Handschalter |
| 6 | DB3S | 1955 | 5,5 Mio. US-Dollar (Auktion 2016) | Historischer Werksrennwagen, DBR1-Vorläufer |
| 7 | Valkyrie | 2021 bis 2024 | 3,2 bis 4,5 Mio. US-Dollar | 1.001 PS, 275 Exemplare, mit Red Bull entwickelt |
| 8 | Bertone Jet | 1960/1961 | 3,25 Mio. Britische Pfund (Auktion) | Einzelstück von Bertone für den Genfer Salon |
| 9 | Valiant | 2023 | ca. 2,5 Mio. US-Dollar | Limitiertes Einzelstück, Besitzer u.a. Gordon Ramsay |
Zum Einordnen: Die regulären Serienmodelle von Aston Martin starten heute beim DBS 770 Ultimate bei rund 429.000 US-Dollar, beim DBX 707 bei rund 338.000 US-Dollar und beim neuen Vanquish bei rund 550.000 US-Dollar. Der One-77, 77 Exemplare, 7,3-Liter-V12, 750 PS, kostete bei Verkaufsstart bereits über 1,5 Millionen US-Dollar. Alles, was darüber steht, bewegt sich in einer Liga, in der Geld keine Rolle spielt, aber Geschichte eine sehr große.
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