Alfa Romeo ist eine der wenigen Automarken, bei denen Schönheit und Rennsport-Erfolg seit über einem Jahrhundert Hand in Hand gehen.
Die teuersten Modelle der Marke haben fast alle eines gemeinsam: Sie entstanden vor dem Zweiten Weltkrieg, wurden in kleinen Stückzahlen produziert und haben seitdem eine Geschichte gemacht, die weit über Auktionssäle hinausgeht. Ein gestohlenes Auto auf Platz acht.
Drei futuristische Designstudien als Set auf Platz drei. Und ein Tipo 33 Stradale, der im Jahr 2026 für zehn Euro verkauft wurde und seither verschwunden ist.
Welche sind die 9 teuersten Alfa Romeo der Welt?
Die Liste der teuersten Alfa Romeo ist eine Geschichte der Vorkriegsmodelle. Sieben der neun Plätze belegen Fahrzeuge, die vor 1970 gebaut wurden, sechs davon vor dem Zweiten Weltkrieg. Die 8C-Baureihe dominiert dabei fast komplett. Was folgt, sind neun Fahrzeuge, von denen keines in einer nennenswerten Stückzahl produziert wurde und eines bis heute nicht mehr aufgetaucht ist.
Alfa Romeo 8C 2900B Lungo Spider by Touring (1939): 19,8 Millionen US-Dollar
Dieser Alfa Romeo hält seit der RM Sotheby's Monterey-Auktion im Jahr 2016 den Weltrekord für den teuersten je bei einer öffentlichen Auktion versteigerten Alfa Romeo. Mit einem Zuschlag von 19,8 Millionen US-Dollar war das Fahrzeug zum Zeitpunkt des Verkaufs außerdem das teuerste Vorkriegsauto, das je bei einer Auktion verkauft wurde, und übertraf damit einen 1936er Mercedes-Benz 540K Spezial Roadster, der bis dahin mit 11,77 Millionen US-Dollar den entsprechenden Rekord gehalten hatte.
Der 8C 2900B war das technische Flaggschiff von Alfa Romeo in den späten 1930er-Jahren. Der 2,9-Liter-Achtzylinder-Motor mit zwei Kompressoren, daher 8C für 8 Zylinder Compressore, bot eine für die damalige Zeit außergewöhnliche Leistung. Die Lungo-Version, also die lange Chassis-Variante, war für sportliches Tourenfahren ausgelegt und erhielt die elegante offene Spider-Karosserie der Carrozzeria Touring. Technik und Form in einer Kombination, die heute 19,8 Millionen Dollar wert ist.
Alfa Romeo 8C 2900B Touring Berlinetta (1939): 16,475 Millionen Euro
Das geschlossene Geschwister der Lungo-Version. Am 8. Februar des Jahres 2019 erzielte diese Berlinetta bei der Artcurial Rétromobile-Auktion in Paris 16.475.000 Euro, was umgerechnet rund 19 Millionen US-Dollar entsprach, und war damit das drittteuerste je bei einer Auktion versteigerte Vorkriegsauto weltweit zu diesem Zeitpunkt. Artcurial bezeichnete das Fahrzeug als außergewöhnlich schön und als Toppreis der gesamten internationalen Sammlerauto-Auktionswoche in Paris.
Dieselbe Technik wie beim Lungo, dieselbe Kompressoren-Architektur, dieselbe Epoche, aber eine geschlossene, aerodynamisch optimierte Karosserieform, die speziell für Langstreckenrennen wie die Mille Miglia entwickelt worden war. Offen oder geschlossen, der 8C 2900B spielt in beiden Versionen in einer Liga für sich.
Alfa Romeo B.A.T. 5, 7 und 9d als Dreier-Set (1953 bis 1955): 14,8 Millionen US-Dollar
B.A.T. steht für Berlina Aerodinamica Tecnica, und die drei Fahrzeuge, die Carrozzeria Bertone zwischen den Jahren 1953 und 1955 auf Basis des Alfa Romeo 1900 schuf, sind pure aerodynamische Designexperimente. Keine Serienproduktion, keine Kompromisse, keine zwei Exemplare, die gleich aussehen. Jedes der drei Modelle trägt eine eigene Nummer und eine eigene Interpretation des Konzepts.
Bei der RM Sotheby's New York-Auktion im Jahr 2020 wurde das vollständige Dreier-Set gemeinsam für 14,8 Millionen US-Dollar versteigert. Was einzeln schon selten wäre, ist als Set einmalig. Diese drei Fahrzeuge gelten als einige der visionärsten automobilen Designexperimente der 1950er-Jahre und haben die Designsprache einer ganzen Branche beeinflusst.
Alfa Romeo 8C 2300 Monza (1933): 11,9 Millionen US-Dollar
Der 8C 2300 Monza war in den frühen 1930er-Jahren eines der erfolgreichsten Rennfahrzeuge weltweit. Internationale Grand-Prix-Siege, ein Ruf für technische Überlegenheit und eine Seltenheit, die heute jeden Sammlermarkt dominiert. Im Jahr 2016 erzielte ein Exemplar bei der Gooding & Company Pebble Beach-Auktion 11,9 Millionen US-Dollar. Fast ein Jahrhundert nach dem Bau, und der Markt legt weiterhin zu.
Alfa Romeo Tipo 33 Stradale (1968): ca. 9,5 Millionen US-Dollar
Der Tipo 33 Stradale gilt weithin als eines der schönsten je gebauten Autos. Zwischen den Jahren 1967 und 1969 entstanden genau 18 Exemplare, kein einziges mehr. Als das Fahrzeug im Jahr 1968 auf den Markt kam, war es das teuerste öffentlich erhältliche Auto der Welt, mit einem Verkaufspreis von 17.000 US-Dollar zu einer Zeit, als ein durchschnittlicher Neuwagen 2.822 US-Dollar kostete. Bei einem privaten Verkauf im Jahr 2025 wurde ein Exemplar auf rund 9,5 Millionen US-Dollar taxiert.
Und dann ist da noch die Geschichte aus dem Jahr 2026, die den Tipo 33 Stradale in die Schlagzeilen brachte: Ein Exemplar mit geschätztem Wert von rund 30 Millionen Euro wurde für lediglich zehn Euro veräußert und ist seither verschwunden. Die Eigentümerfamilie setzte eine Belohnung von 100.000 Euro für Hinweise aus. 18 Exemplare, eines davon weg für zehn Euro. Das Auto taucht bisher nicht wieder auf.
Alfa Romeo Tipo B P3 (1932): 9,2 Millionen US-Dollar
Der Tipo B P3 war das erste reine Einsitzer-Grand-Prix-Fahrzeug von Alfa Romeo und dominierte in den frühen 1930er-Jahren zahlreiche internationale Rennen. Im Jahr 2010 erzielte ein Exemplar bei Bonhams in Monaco 9,2 Millionen US-Dollar. Damals war das bereits ein bedeutender Meilenstein für Alfa Romeo auf dem Sammlermarkt, heute wirkt es fast bescheiden im Vergleich zu dem, was die 8C-Modelle seitdem erzielt haben.
Alfa Romeo 8C-35 Tipo C (1935/36): 5,9375 Millionen Britische Pfund
Dieses Fahrzeug ist das einzige bekannte überlebende Exemplar seiner Baureihe. Genau eines existiert noch, und im Jahr 2013 wechselte es bei der Bonhams Goodwood Revival-Auktion für 5.937.500 britische Pfund den Besitzer, damals ein weltweiter Auktionsrekord für die Marke. Was ein historisches Grand-Prix-Fahrzeug zusätzlich wertvoll macht, wenn es ohnehin schon selten ist: der Umstand, dass alle anderen Exemplare nicht mehr existieren. Dieses hier schon.
Alfa Romeo 8C 2900B Lungo Spider, gestohlenes Exemplar (1938): 14,03 Millionen US-Dollar
Dieses Fahrzeug hat eine besondere Geschichte, die seinen Sammlerwert über das ohnehin schon hohe Niveau der 8C-Baureihe hinaus gesteigert hat. Als berühmt gewordenes gestohlenes Auto wurde es bei einer Gooding Christie's Pebble Beach-Auktion mit einer Schätzung von 16 bis 20 Millionen US-Dollar angeboten, der tatsächlich dokumentierte Verkaufspreis lag bei 14,03 Millionen US-Dollar. Nicht jede Geschichte eines Autos beginnt in einer Fabrikhalle. Manche beginnt mit einem Diebstahl.
Alfa Romeo 1900C SS Berlinetta Zagato (1955): ca. 1,74 Millionen Euro
Die enge Designzusammenarbeit zwischen Alfa Romeo und der Karosseriemanufaktur Zagato begann mit diesem Modell. Der 1900C SS war eines der ersten Nachkriegsmodelle von Alfa Romeo mit sportlicher Coupé-Karosserie und legte den Grundstein für eine Partnerschaft, die bis heute anhält. Im Jahr 2016 wurde ein Exemplar bei RM Sotheby's mit einem Schätzwert von umgerechnet rund 1,74 Millionen Euro angeboten.
| Rang | Modell | Baujahr | Preis | Auktionshaus und Jahr |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 8C 2900B Lungo Spider by Touring | 1939 | 19,8 Mio. US-Dollar | RM Sotheby's Monterey, 2016 |
| 2 | 8C 2900B Touring Berlinetta | 1939 | 16,475 Mio. Euro | Artcurial Rétromobile Paris, 2019 |
| 3 | B.A.T. 5, 7 und 9d als Set | 1953 bis 1955 | 14,8 Mio. US-Dollar | RM Sotheby's New York, 2020 |
| 4 | 8C 2300 Monza | 1933 | 11,9 Mio. US-Dollar | Gooding & Co Pebble Beach, 2016 |
| 5 | Tipo 33 Stradale | 1968 | ca. 9,5 Mio. US-Dollar | Privatverkauf, 2025 |
| 6 | Tipo B P3 | 1932 | 9,2 Mio. US-Dollar | Bonhams Monaco, 2010 |
| 7 | 8C-35 Tipo C | 1935/36 | 5,9375 Mio. Britische Pfund | Bonhams Goodwood Revival, 2013 |
| 8 | 8C 2900B Lungo Spider, gestohlenes Exemplar | 1938 | 14,03 Mio. US-Dollar | Gooding Christie's Pebble Beach, 2024 |
| 9 | 1900C SS Berlinetta Zagato | 1955 | ca. 1,74 Mio. Euro | RM Sotheby's, 2016 |
Im Vergleich zur Konkurrenz bewegt sich Alfa Romeo mit einem Auktionsrekord von 19,8 Millionen US-Dollar in einer deutlich anderen Liga als Ferrari, wo der teuerste Privatverkauf bei 70 Millionen lag und der Auktionsrekord bei 51,7 Millionen. Das schmälert aber nichts an der Bedeutung der 8C-Modelle: Sie zählen neben Ferrari- und Mercedes-Fahrzeugen zu den wenigen Automobilen überhaupt, die je die 15-Millionen-Dollar-Marke bei einer öffentlichen Auktion überschritten haben.
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