Welche ist die teuerste Stadt im Ruhrgebiet?

Dortmund. Zumindest wenn man die Mehrheit der verfügbaren Marktquellen heranzieht. Mit Angebotsmieten von rund 10 bis 10,70 €/m² liegt die größte Ruhrgebietsstadt leicht vor Essen, das auf vergleichbarem Niveau liegt, und etwas deutlicher vor Bochum.

Duisburg und Gelsenkirchen folgen mit klarem Abstand. Dabei ist die Einschränkung wichtig: Dortmund und Essen liegen so nah beieinander, dass je nach Datenquelle mal die eine, mal die andere Stadt vorne liegt. Was jedoch klar ist: Beide Städte liegen weit vor Duisburg und Gelsenkirchen, und alle fünf liegen weit unter Düsseldorf und Köln.

Hier das Ruhrgebiet im direkten Vergleich, bevor es in die Details geht:

Stadt

Miete Ø 2026

Mietanstieg seit 2022

Einordnung

Dortmund

rund 10 bis 10,70 €/m²

rund 4 bis 5% p.a.

Teuerste Stadt im Ruhrgebiet

Essen

rund 10 bis 10,84 €/m²

plus 10,8% in 2 Jahren

Auf Augenhöhe mit Dortmund

Bochum

rund 9,30 bis 10,99 €/m²

plus 10,1% in 2 Jahren

Knapp dahinter

Duisburg

rund 8,10 bis 8,90 €/m²

plus 10,3% in 2 Jahren

Deutlich günstiger

Gelsenkirchen

rund 7,70 bis 8,10 €/m²

unterdurchschnittlich

Günstigste der fünf Städte

Dortmund: Teuerste Stadt im Ruhrgebiet mit rund 10 bis 10,70 €/m²

Dortmund ist mit Abstand die größte Stadt im Ruhrgebiet und auch beim Mietniveau führend. Je nach Datenquelle schwanken die Werte etwas, das Bild ist aber konsistent: Angebotsmieten zwischen 9,63 und 10,69 €/m² je nach Portal, mit Engel & Völkers bei 10,50 €/m² für Mietwohnungen im ersten Quartal 2026.

Was die konkreten Werte der verschiedenen Quellen zeigen:

  • Immoportal: 9,63 €/m² Durchschnitt, Spanne 8,24 bis 11,46 €/m²

  • Wohnungsbörse: 10,11 €/m²

  • ohne-makler: 10,69 €/m² als ortsübliche Miete

  • Engel & Völkers: 10,50 €/m² für Mietwohnungen, 12,51 €/m² für Häuser

In guten Lagen erreichen die Mieten laut Immoportal rund 10,49 €/m², in beliebten Lagen sogar bis zu 11,46 €/m². Einfache Lagen liegen bei 7,82 €/m².

Besonders auffällig: Kleine Wohnungen sind überproportional teuer. Eine 30-Quadratmeter-Wohnung kostet laut Wohnungsbörse im Schnitt 12,38 €/m², eine 60-Quadratmeter-Wohnung 9,30 €/m² und eine 100-Quadratmeter-Wohnung 10,94 €/m².

Der Effekt ist derselbe wie in Bochum und anderen Universitätsstädten: Hohe Nachfrage nach kleinen Einheiten treibt den Quadratmeterpreis nach oben.

Essen: Auf Augenhöhe mit Dortmund und mit der stärksten Mietdynamik im Ruhrgebiet

Essen liegt beim absoluten Niveau minimal unter Dortmund, holt aber mit außergewöhnlicher Dynamik auf. Der IW-Wohnindex zeigt: Zwischen dem vierten Quartal 2023 und dem vierten Quartal 2024 stiegen die Immobilienpreise in Essen um 8,3 Prozent, der höchste Anstieg unter den zehn größten deutschen Städten.

Neuvertragsmieten legten im selben Zeitraum um 8,2 Prozent zu, nur Berlin hatte ein noch höheres Plus. Über den Zweijahreszeitraum seit der Zinswende 2022 beträgt der Anstieg sogar 10,8 Prozent.

Die aktuellen Mietwerte für Essen 2026:

  • Wohnungsbörse: 10,02 €/m²

  • ohne-makler: 10,36 €/m²

  • Engel & Völkers: 10,84 €/m²

Je nach Quelle liegt Essen damit gleichauf mit Dortmund oder knapp darunter. Mittelfristig könnte Essen bei dieser Dynamik vorbeiziehen.

Bochum: Knapp hinter den beiden Spitzenreitern, aber mit starkem Anstieg

Bochum liegt je nach Quelle entweder knapp hinter Dortmund und Essen oder auf ähnlichem Niveau, was die Interpretation schwierig macht. ImmoScout24 weist für Bochum 8,70 €/m² im ersten Quartal 2026 aus, während ohne-makler 10,99 €/m² als ortsübliche Miete nennt. Der Marktmietspiegel auf Basis der VALUE-Datenbank liegt bei 9,39 €/m².

Klar ist: Auch Bochum hat seit 2022 stark zugelegt, mit einem Plus von 10,1 Prozent über zwei Jahre. In den Toplagen wie Wiemelhausen und Stiepel liegen die Mieten bereits bei über 11 €/m², also auf dem Niveau von Dortmunds besten Lagen.

Duisburg und Gelsenkirchen: Deutlich günstiger, aber ebenfalls im Aufwind

Duisburg und Gelsenkirchen spielen in einer anderen Preisklasse. Duisburg liegt laut verschiedenen Quellen bei rund 8,10 bis 8,90 €/m², Gelsenkirchen bei 7,70 bis 8,10 €/m². Damit zählen beide Städte noch immer zu den günstigsten Großstädten Deutschlands.

Die Lohntastik-Analyse 2025 zeigt dabei, dass das Verhältnis von Miete zu Nettoeinkommen trotzdem nicht dramatisch besser ist als in teureren Städten:

  • Gelsenkirchen: 7,43 €/m², Miete-zu-Netto-Verhältnis rund 17 Prozent

  • Duisburg: 8,21 €/m², Miete-zu-Netto-Verhältnis rund 18 Prozent

  • Essen: 9,43 €/m², Miete-zu-Netto-Verhältnis rund 20 Prozent

Auch Duisburg verzeichnete in zwei Jahren einen Mietanstieg von 10,3 Prozent, was zeigt: Der Preisdruck im Ruhrgebiet trifft alle Städte, nicht nur die teuren.

Mietdynamik im Ruhrgebiet: Überall stark gestiegen, in Essen am stärksten

Der IW-Wohnindex und WDR-Auswertungen auf Basis von Zensusdaten 2024 bestätigen, dass Umzüge in die Kernstädte des Ruhrgebiets deutlich teurer geworden sind. Die Mietanstiege seit der Zinswende 2022 auf einen Blick:

  • Essen: plus 10,8 Prozent in zwei Jahren

  • Bochum: plus 10,1 Prozent in zwei Jahren

  • Duisburg: plus 10,3 Prozent in zwei Jahren

  • Dortmund: plus rund 4 bis 5 Prozent pro Jahr

Dortmund startete von einem bereits höheren Ausgangsniveau und wächst moderater, Essen und Duisburg holen mit besonders starken prozentualen Zuwächsen auf. Das Bild zeigt: Das Ruhrgebiet ist als Wohnraum deutlich teurer geworden, der absolute Abstand zu Düsseldorf und Köln bleibt aber erheblich.

Ruhrgebiet im NRW-Kontext: Günstiger als Düsseldorf und Köln, aber kein billiges Pflaster mehr

Der NRW-Mietdurchschnitt liegt laut ImmoScout24 im ersten Quartal 2026 bei 8,86 €/m². Dortmund und Essen liegen darüber, Bochum auf ähnlichem Niveau, Duisburg und Gelsenkirchen darunter.

Der Abstand zu den Rheinstädten ist nach wie vor erheblich:

  • Düsseldorf: rund 14 bis 14,50 €/m²

  • Köln: rund 14 bis 15 €/m²

Wer aus Düsseldorf oder Köln ins Ruhrgebiet zieht, spart also noch immer erheblich. Aber die Zeit, in der das Ruhrgebiet pauschal als günstig galt, ist vorbei. In den Premiumlagen von Dortmund und Essen landen die Mieten bei 11 bis 12 €/m² und mehr, und die Dynamik der letzten zwei Jahre deutet nicht auf eine Entspannung hin.

Dortmund führt knapp vor Essen, beide liegen weit vor Duisburg und Gelsenkirchen: Das Ruhrgebiet hat ein klares Preisgefälle von Ost nach West**

Dortmund ist auf Basis der meisten verfügbaren Marktquellen die teuerste Stadt im Ruhrgebiet, mit Angebotsmieten von rund 10 bis 10,70 €/m² und guten Lagen über 11 €/m². Essen liegt minimal darunter oder gleichauf, holt aber mit der stärksten Mietdynamik im gesamten Ruhrgebiet auf. Bochum folgt knapp dahinter, mit Toplagen wie Wiemelhausen und Stiepel ebenfalls über 11 €/m².

Duisburg und Gelsenkirchen liegen mit 7,70 bis 8,90 €/m² deutlich günstiger und zählen noch immer zu den preiswertesten Großstädten Deutschlands. Allen fünf Städten gemeinsam: Die Mieten sind seit 2022 überall stark gestiegen, und der Preisdruck lässt nicht nach.

Wer im Ruhrgebiet günstig wohnen möchte, wählt Gelsenkirchen oder Duisburg. Wer zentral, lebendig und mit guter Infrastruktur wohnen möchte, zahlt in Dortmund oder Essen inzwischen annähernd NRW-Durchschnittspreise.

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AUTOR

Carlos Arad

Carlos ist Autor bei Omaze Deutschland und schreibt seit Jahren zu Themen rund um Finanzen, Lifestyle und Immobilien. Seine Leidenschaft für besondere Immobilien hat er bereits in seiner Kindheit als Sohn eines Bauleiters für sich entdeckt.