Ranking: Welche ist die teuerste Rolex der Welt?

17,75 Millionen US-Dollar. Zwölf Minuten Bietergefecht. Und eine Uhr, die technisch gesehen kein Meisterwerk ist: 37-mm-Stahlgehäuse, Handaufzug, Plexiglas. Wer die teuerste je versteigerte Rolex besitzen wollte, zahlte 2017 nicht für die Uhr. Er zahlte für die Geschichte dahinter. Die Paul Newman Daytona ist heute das Paradebeispiel dafür, was Provenienz mit einem Preis macht.

Welche ist die teuerste Rolex der Welt?

Die teuerste je versteigerte Rolex ist die Rolex Cosmograph Daytona Referenz 6239 aus dem Jahr 1968, bekannt als die „Paul Newman Daytona". Sie wechselte am 26. Oktober 2017 beim Auktionshaus Phillips in New York für 17.752.500 US-Dollar den Besitzer, inklusive Aufgeld, was damals rund 15,3 Millionen Euro entsprach. Damit ist sie nicht nur die teuerste Rolex aller Zeiten, sondern übertraf zum Zeitpunkt des Verkaufs auch den bisherigen Weltrekord einer Patek Philippe und gilt seither als teuerste Armbanduhr aller Zeiten bei einer öffentlichen Auktion.

Zuvor war dieselbe Uhr bereits im Jahr 2002 verkauft worden, damals für 370.000 Schweizer Franken. Zwischen den beiden Verkäufen lagen 15 Jahre und eine Wertsteigerung um das Dreizehnfache.

Platz 1: Rolex Daytona Ref. 6239 „Paul Newman": 17.752.500 US-Dollar

Paul Newman erhielt die Uhr als Geschenk seiner Frau Joanne Woodward, als er seine Motorsportkarriere begann. Auf dem Gehäuseboden ließ sie gravieren: „Drive carefully Me". Es ist nachweislich die erste Daytona, die Newman trug, und damit das Original aller sogenannten Paul-Newman-Daytona-Referenzen.

Was diesen Preis erklärt, sind keine technischen Merkmale:

  • 37 mm Stahlgehäuse, Handaufzugswerk, Plexiglasscheibe
  • Sichtbare Gebrauchsspuren nach jahrelangem Tragen durch Newman
  • Einzigartige Provenienz: dokumentierter Erstbesitzer, Gravur, Herkunftsnachweis
  • Startpreis bei der Auktion: 1 Million US-Dollar
  • Hammerpreis nach zwölf Minuten: 15,5 Millionen US-Dollar
  • Käufer: anonym geblieben
  • Ein Teil des Erlöses floss in die gemeinnützige Nell Newman Foundation

Platz 2: Rolex Daytona Ref. 6265 „Unicorn": ca. 5,9 bis 6,37 Millionen US-Dollar

Der Name sagt alles. Die Daytona Ref. 6265 „Unicorn" ist die einzige bekannte Handaufzugs-Daytona, die je aus Weißgold gefertigt wurde. Alle anderen Exemplare dieser Referenz entstanden in Gelbgold oder Stahl. Das macht sie zu einem dokumentierten Einzelstück innerhalb einer ohnehin seltenen Baureihe. Phillips versteigerte sie 2018 im Rahmen der Auktion „Daytona Ultimatum" für geschätzte 5,9 bis 6,37 Millionen US-Dollar.

Platz 3: Rolex Daytona Ref. 6263 „Big Red": 5.475.000 US-Dollar

Auch das dritte Exemplar dieser Liste gehörte Paul Newman persönlich. Die Daytona Ref. 6263, nach dem roten Schriftzug „Daytona" auf dem Zifferblatt als „Big Red" bezeichnet, wurde 2020 bei Phillips in New York im Rahmen der Auktion „Racing Pulse" für 5.475.000 US-Dollar versteigert. Newmans zweite persönliche Uhr auf dieser Liste, dieselbe Geschichte, dieselbe Wirkung auf den Preis.

Platz 4: Rolex Daytona Ref. 6263 „The Legend": 3.722.000 CHF

„The Legend" ist der Beiname einer weiteren Daytona Ref. 6263, die bei der Geneva Watch Auction von Phillips in Genf für 3.722.000 Schweizer Franken versteigert wurde. Auch hier spielt die Dokumentation der Geschichte des Stücks eine entscheidende Rolle für den Preis.

Platz 5: Rolex Daytona Ref. 6240 „The Neanderthal": 3.012.500 CHF

Die Daytona Ref. 6240 „The Neanderthal" erzielte bei Phillips im Rahmen der „Daytona Ultimatum"-Auktion 3.012.500 Schweizer Franken, umgerechnet rund 3,26 Millionen Euro. Der Spitzname bezieht sich auf das charakteristische, frühe Erscheinungsbild dieser Referenz, die zu den ersten wasserdichten Daytona-Modellen gehört.

Platz 6: Rolex GMT-Master aus Gelbgold (1958): 3,5 Millionen US-Dollar

Die goldene GMT-Master Referenz aus dem Jahr 1958 erzielte 2016 bei Phillips in London 3,5 Millionen US-Dollar. Außerhalb der Daytona-Serie ist sie die teuerste je versteigerte Rolex und zeigt, dass auch andere Referenzen in diese Preisregionen vordringen können, wenn Seltenheit und Dokumentation stimmen.

Platz 7: Rolex Daytona Ref. 6264 „Paul Newman Lemon": 2.641.911 Euro

Die Daytona Ref. 6264 mit dem charakteristischen gelben Zifferblatt, daher der Beiname „Lemon", wurde 2024 bei der „Geneva Watch Auction: XX" von Phillips für 2.641.911 Euro versteigert. Das macht sie zu einem der teuersten Verkäufe der vergangenen Jahre und zeigt, dass der Markt für historische Daytona-Modelle weiterhin aktiv ist.

Platz 8: Rolex Daytona Ref. 16516 mit Lapis-Lazuli-Zifferblatt: 2.897.610 Euro

Der Lapis-Lazuli-Stein als Zifferblattmaterial ist bei Rolex eine seltene Ausnahme. Diese Daytona Ref. 16516 mit entsprechendem Zifferblatt erzielte 2020 bei Sotheby's im Rahmen der Auktion „Important Watches" 2.897.610 Euro. Das Material, die Seltenheit und der Erhaltungszustand bestimmten hier den Preis.

Platz 9: Rolex Daytona „John Player Special" Ref. 6241: 2,6 Millionen US-Dollar

Die Daytona Ref. 6241 erhielt den Beinamen „John Player Special" wegen ihrer Farbgebung in Schwarz und Gold, die an die legendären Rennwagen der gleichnamigen Zigarettenmarke erinnert. Der seltene Kombination aus schwarzem Zifferblatt und Gelbgold-Lünette erzielte 2,6 Millionen US-Dollar.

Platz 10: Rolex Daytona „Albino" Ref. 6263: 1,4 Millionen US-Dollar

Als „Albino" werden Daytona-Modelle bezeichnet, bei denen Haupt- und Hilfszifferblätter identisch gefärbt sind, was damals produktionstechnisch eher ein Ausnahmefall war und heute diese Exemplare besonders begehrenswert macht. Die Ref. 6263 in dieser Variante erzielte 1,4 Millionen US-Dollar.

Was ist die seltenste Rolex der Welt?

Seltenheit und Preis fallen beim Thema Rolex nicht immer zusammen. Die als seltenste Rolex geltende Uhr ist die „Bao Dai" Ref. 6062, ein dokumentiertes Einzelstück.

Bao Dai, der letzte Kaiser von Vietnam, erwarb die Uhr 1954 während der Indochina-Konferenz in Genf. Das 1952 produzierte Exemplar wurde 2002 erstmals für 370.000 Schweizer Franken verkauft und erzielte 2017 bei Phillips 5,1 Millionen US-Dollar. Das Auktionshaus beschrieb den Wert als weniger auf technischen Merkmalen als auf der einzigartigen Seltenheit und Geschichte beruhend.

Ebenfalls als Einzelstück gilt die Daytona „Unicorn" auf Platz 2 dieser Liste: die einzige bekannte Handaufzugs-Daytona in Weißgold.

Zu den seltensten Kleinserie-Rolex gehört außerdem die Rolex Antimagnetique Ref. 4113, ein Split-Seconds-Chronograph, von dem nur rund zwölf Exemplare je gefertigt wurden. Sie erzielte bei Auktion 3,5 Millionen US-Dollar.

Was kostet die teuerste neue Rolex aus dem aktuellen Katalog?

Wer eine Rolex neu kaufen möchte, bewegt sich in anderen Größenordnungen. Das teuerste Modell im aktuellen regulären Katalog ist die Lady-Datejust Referenz 279459RBR, eine diamantbesetzte Damenuhr aus Weißgold, zum Listenpreis von rund 151.400 bis 162.000 Euro. Weitere teure aktuelle Modelle sind der Cosmograph Daytona Ref. 126595TBR für rund 131.000 Euro und die Day-Date 40 Ref. 228396TBR für rund 117.650 Euro.

Außerhalb des regulären Katalogs gilt die Rolex GMT-Master II Ice als teuerstes je serienmäßig angebotenes Modell: 18-karätiges Weißgold, komplett handbesetzt mit Diamanten, 2021 für über 3 Millionen US-Dollar auf den Markt gebracht. Cristiano Ronaldo gehört zu den bekanntesten Trägern dieses Modells.

Ist eine Rolex eine gute Wertanlage?

Die ehrliche Antwort: Es kommt stark auf das Modell und den Zeitraum an. Pauschale Aussagen in beide Richtungen stimmen nicht.

Was die Daten zeigen, die für Rolex als Wertanlage sprechen:

  • Eine Analyse von Bob's Watches über 15 Jahre mit mehr als 50.000 Transaktionen zeigt, dass die Rolex Datejust im Durchschnitt von 1.150 US-Dollar (2010) auf 8.500 US-Dollar (Mai 2025) stieg, ein Plus von 639 Prozent.
  • Der Chrono24-Preisindex der beliebtesten Rolex-Modelle stieg seit Januar 2019 um rund 42 Prozent, Milgauss und Submariner Date sogar über 70 Prozent.
  • Aktuelle Daten von Chrono24 (Stand August 2026) zeigen einen Rolex-Preisindex-Anstieg von rund 7 Prozent binnen eines Jahres.
  • Eine im Februar 2025 veröffentlichte Studie auf dem Social Science Research Network stellt fest, dass hochwertige Uhren die geringste Volatilität aller Anlageklassen aufweisen und nur schwach mit Aktienmarktschwankungen korrelieren.

Was die Daten zeigen, die dagegen sprechen:

  • Der Bloomberg Subdial Watch Index verzeichnete 2024 einen Rückgang von fast 6 Prozent, der dritte aufeinanderfolgende jährliche Rückgang.
  • Der Marktanteil von Rolex am Sekundärmarkt fiel von 44,1 Prozent Anfang 2022 auf rund 31 Prozent bis August 2026.
  • Die Preisblase von 2021/2022 ist laut WatchCharts geplatzt, die Preise pendelten sich auf das Niveau von 2019/2020 ein.
  • Eine Chronopulse-Analyse von 2019 bis Mitte 2025 zeigte, dass nicht Rolex, sondern Modelle von Audemars Piguet, Cartier und Patek Philippe mit 100 bis 176 Prozent die größten Zuwächse erzielten. Die Oyster Perpetual 41 verlor in demselben Zeitraum 25 Prozent an Wert.

Wer in Rolex investieren möchte, sollte auf historisch etablierte, stark nachgefragte Referenzen wie Daytona, Submariner, GMT-Master und bestimmte Day-Date-Varianten setzen und einen Anlagehorizont von mindestens fünf bis zehn Jahren einplanen. Rolex ist keine homogene Anlageklasse, und die Modellwahl entscheidet über alles.

Index / Quelle Zeitraum Entwicklung
Chrono24 CPO-Index (beliebteste Modelle) Jan. 2019 bis 2024 +42 % (Höhepunkt April 2022, dann −5 %)
Chrono24 Rolex-Preisindex Stand August 2026, letzte 12 Monate +7 %
Bloomberg Subdial Watch Index (Rolex) 2024 −5 %, dritter Rückgang in Folge
Chronopulse (alle Luxusuhren) 2019 bis Mitte 2025 +38 % gesamt, ca. 6 % pro Jahr
Bob's Watches (Rolex Datejust) 2010 bis 2025 +639 %
WatchCharts Gesamtmarktindex seit Höchststand April 2022 deutlicher Rückgang auf 2019/2020-Niveau

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AUTOR

Carlos Arad

Carlos ist Autor bei Omaze Deutschland und schreibt seit Jahren zu Themen rund um Finanzen, Lifestyle und Immobilien. Seine Leidenschaft für besondere Immobilien hat er bereits in seiner Kindheit als Sohn eines Bauleiters für sich entdeckt.