Was sind die Top 10 Sehenswürdigkeiten in Frankfurt?

Frankfurt steckt voller Überraschungen. Wer die Stadt nur von außen kennt, sieht Bankentürme und Messehallen. Wer sich aber auf die Stadt einlässt und sie zu Fuß erkundet, findet mittelalterliche Marktplätze, das Goethe-Geburtshaus, einen der ältesten Zoos Deutschlands und Europas einzigartigen Kulturboulevard am Mainufer. Die folgenden zehn Sehenswürdigkeiten zeigen, was Frankfurt wirklich ausmacht.

Was sind die Top 10 Sehenswürdigkeiten in Frankfurt?

Von der Krönungsstätte des Heiligen Römischen Reiches bis zur höchsten öffentlichen Aussichtsplattform Deutschlands, von einem weltberühmten Geburtshaus bis zu einem der schönsten Botanischen Gärten Europas: Frankfurt hat auf engstem Raum mehr Geschichte und Kultur als viele Städte auf der dreifachen Fläche. Hier sind die zehn Orte, die kein Besuch auslassen sollte.

Römerberg und Römer: Herz und Seele der Stadt

Vor etwa 3.000 Jahren wurde der Römerberg erstmals besiedelt. Seit dem frühen Mittelalter war er der zentrale Markt- und Messeplatz der Stadt, und seit dem Jahr 1405 ist der Römer, das mittelalterliche Rathaus aus drei gotischen Patrizierhäusern, Sitz der Stadtregierung. Hier fanden Kaiserwahlen statt und wurden Herrscher gefeiert, und Staatsgäste wie Kennedy, der Dalai Lama und Mandela stehen in den Büchern.

Im Mittelbau erhebt sich der Kaisersaal mit 52 Kaiserbildnissen, von Karl dem Großen bis Franz II. Mitten auf dem Platz thront die Justitia am Gerechtigkeitsbrunnen. An der Ostzeile steht das Haus Wertheim, das einzige original erhaltene Fachwerkhaus des Platzes, das die Kriegsschäden überstanden hat.

  • Eintritt: kostenlos, Kaisersaal nach Voranmeldung
  • Anfahrt: U4/U5 Dom/Römer
  • Tipp: vor 8 Uhr morgens für Fotos ohne Menschenmassen

Kaiserdom St. Bartholomäus: Wo Könige gekrönt wurden

Von 1562 bis 1792 fanden im Kaiserdom die Kaiserkrönungen des Heiligen Römischen Reiches statt. Der 95 Meter hohe Westturm aus rotem Sandstein war bis zu den frühen 1960er-Jahren das höchste Gebäude der Stadt, die Frankfurter nannten ihn ihr erstes Hochhaus. Die meisten Elemente des heutigen Doms stammen noch aus dem 15. Jahrhundert.

Wer rund 300 Stufen auf sich nimmt, erreicht die Aussichtsplattform in 66 Metern Höhe mit Blick auf Altstadt, Sachsenhausen und Skyline gleichzeitig. Das Dommuseum links neben dem Haupteingang zeigt farbenfrohe Roben und edelsteinbesetzte Kronen aus den Krönungszeremonien.

  • Dom: täglich 9 bis 20 Uhr, freitags ab 13 Uhr
  • Domturm: 3 Euro, Dommuseum Di bis So geöffnet
  • Anfahrt: U4/U5 Dom/Römer

Goethe-Haus: Geburtsort einer Weltliteratur

Johann Wolfgang von Goethe wurde im August des Jahres 1749 genau hier geboren und lebte bis 1775 in diesem vierstöckigen Haus am Großen Hirschgraben. In diesen Räumen schrieb er Götz von Berlichingen, die Urfassung des Faust und Die Leiden des jungen Werther, die ihn über Nacht weltberühmt machten.

Das Haus wurde im Zweiten Weltkrieg bis auf die Grundmauern zerstört und bis zum Jahr 1951 originalgetreu rekonstruiert. Seit dem Jahr 2022 steht das Deutsche Romantik-Museum direkt nebenan und zeigt Manuskripte, Gemälde und Gebrauchsgegenstände im Dialog mit dem Goethe-Haus. Jährlich besuchen über 130.000 Menschen diese Adresse.

  • Adresse: Großer Hirschgraben 21
  • Öffnungszeiten: Mo bis Mi, Fr bis So 10 bis 18 Uhr, Do bis 21 Uhr
  • Eintritt: 12 Euro (Kombiticket mit Romantik-Museum), Familien 18 Euro
  • Jeden ersten Donnerstag im Monat von 18 bis 21 Uhr: 1 Euro

Main Tower: Frankfurts höchste öffentliche Aussichtsplattform

Der Main Tower ist der einzige Wolkenkratzer Frankfurts mit einer öffentlich zugänglichen Terrasse. In 187 Metern Höhe, vollständig offen und ohne Glasscheibe zwischen Besucher und Luft, bietet er ein 360-Grad-Panorama auf Bankenviertel, Altstadt, den Main und das gesamte Rhein-Main-Gebiet.

Bei klarem Wetter reicht die Sicht bis in den Taunus und Odenwald. Besonders zur Blauen Stunde nach Sonnenuntergang sind alle Hochhäuser beleuchtet und der Himmel tiefblau. Das Foyer beherbergt außerdem die Kunstsammlung der Helaba, kostenlos zugänglich und ein echter Insidertipp.

  • Eintritt: 9 Euro, ermäßigt 6 Euro, Familien 20 Euro
  • Sommer: So bis Do 10 bis 21 Uhr, Fr und Sa bis 23 Uhr
  • Hinweis: bei starkem Wind oder Gewitter kurzfristig geschlossen

Museumsufer und Städel Museum: Europas einzigartiger Kulturboulevard

Am südlichen Mainufer reihen sich auf dem Schaumainkai Weltklassemuseen aneinander: Städel, Liebieghaus, Deutsches Architekturmuseum, Filmmuseum, Museum Angewandte Kunst. Das Städel ist die älteste Museumsstiftung Deutschlands, gegründet im Jahr 1815, mit über 4.700 Gemälden und 700 Jahren Kunstgeschichte auf über 11.000 Quadratmetern.

Zu den Highlights der Sammlung gehören Vermeers Der Geograph, Botticellis Weibliches Idealbildnis und eine der bedeutendsten Rembrandt-Sammlungen Deutschlands, dazu Werke von Dürer, Rubens, Monet, Picasso und Beckmann. Das MuseumsuferTicket ermöglicht den Besuch von 39 Museen an zwei Tagen für 21 Euro. Das Museumsuferfest am letzten Augustwochenende zieht rund eine Million Besucher an, im Jahr 2026 findet es vom 28. bis 30. August statt.

  • Städel: Di, Mi, Fr bis So 10 bis 18 Uhr, Do bis 21 Uhr
  • Eintritt Städel: 16 Euro, ermäßigt 14 Euro, Kinder bis 12 Jahre frei
  • Tipp: Donnerstagabend bis 21 Uhr, ruhiger und mit gleichem Ticket

Neue Frankfurter Altstadt: Handwerk aus einer anderen Zeit

Das Dom-Römer-Quartier ist eines der ambitioniertesten Stadtbauprojekte Deutschlands. Im Jahr 2007 beschloss der Frankfurter Stadtrat die vollständige Wiedererrichtung des im Krieg zerstörten Altstadtviertels, im Jahr 2018 eröffnete es nach sechs Jahren Bauzeit. Filigran geschliffene Sandsteinkonsolen, vertäfelte Dächer, Fachwerk in leuchtenden Farben: Handwerksleute brachten hier Sachverständnis ein, das in dieser Form kaum noch zu finden ist.

35 Altstadthäuser auf 7.000 Quadratmetern, 15 Rekonstruktionen historischer Gebäude und 20 Neubauten. Täglich besuchen mehr als 8.000 Touristen das Viertel. Besonders sehenswert ist der Archäologische Garten mit ausgegrabenen Überresten der römischen Niederlassung auf dem Domhügel aus den Jahren 1953 bis 1973.

  • Adresse: Hühnermarkt, rund um die Uhr zugänglich
  • Eintritt: kostenlos (Außenbereich)
  • Anfahrt: U4/U5 Dom/Römer

Paulskirche: Wiege der deutschen Demokratie

Am 18. Mai 1848 versammelten sich hier die ersten vom Volk gewählten deutschen Volksvertreter zur ersten deutschen Nationalversammlung. Insgesamt 809 Abgeordnete debattierten im Kirchenrund und erarbeiteten eine Verfassung mit Grundrechtskatalog. Die Paulskirchen-Verfassung trat nie in Kraft, gilt aber als Vorbild für die Weimarer Verfassung und das Grundgesetz.

Noch heute wird hier der Friedenspreis des deutschen Buchhandels verliehen. John F. Kennedy erklärte im Jahr 1963 an diesem Ort, dass kein anderes Gebäude in Deutschland begründeten Anspruch auf den Ehrentitel der Wiege der deutschen Demokratie erheben kann. Seit dem Jahr 2022 zeigt eine digitale Ausstellung in sechs Stationen die wechselvolle Baugeschichte des Hauses.

  • Adresse: Paulsplatz 11
  • Öffnungszeiten: täglich 10 bis 17 Uhr
  • Eintritt: kostenlos, Ausstellung läuft bis 31. August 2027

Palmengarten: Botanische Oase mit Weltrang

Am 16. März 1871 feierlich eröffnet, gehört der Palmengarten heute zu den größten Botanischen Gärten Deutschlands. 19 Hektar mitten im Westend, zusammen mit dem angrenzenden Botanischen Garten sogar 27 Hektar, mit rund 9.000 Pflanzenarten im Freiland und unter Glas. Rund 600.000 Menschen besuchen die Anlage jährlich.

Was den Palmengarten besonders macht, geht weit über die Pflanzen hinaus. Das Blüten- und Schmetterlingshaus von 2021 zeigt tropische Schmetterlinge aus nächster Nähe, die Flatterzeit liegt zwischen Oktober und März. Die Jazz-Konzertreihe im Palmengarten existiert seit dem Jahr 1959 und gilt als ältestes kontinuierlich durchgeführtes Open-Air-Jazzfestival weltweit.

  • Adresse: Siesmayerstraße 63
  • März bis Oktober: täglich 9 bis 19 Uhr, November bis Februar bis 16 Uhr
  • Eintritt: 9 Euro, Jugendliche bis 17 Jahre frei, Feierabend-Ticket 5 Euro ab 18:30 Uhr
  • Hinweis: Hunde haben keinen Zutritt

Eiserner Steg: Fünf Tonnen Liebesschlösser über dem Main

Seit dem Jahr 1868 verbindet der Eiserne Steg die Altstadt mit Sachsenhausen. Die 173 Meter lange und 5,44 Meter breite Stahlkonstruktion trägt an ihren Geländern rund fünf Tonnen Liebesschlösser, das entspricht nur einem Prozent der maximal möglichen Belastung. Rund 10.000 Menschen überqueren die Brücke täglich.

Von der Brückenmitte aus eröffnen sich zwei komplett verschiedene Blicke: im Norden die Frankfurter Skyline mit den Bankentürmen, im Süden das Museumsufer. Besonders abends, wenn die Hochhäuser leuchten und sich im Main spiegeln, gehört dieser Blick zu den schönsten Momenten, die Frankfurt hat. An der Brückenspitze hängt ein griechisches Zitat aus Homers Odyssee.

  • Lage: zwischen Römerberg-Mainufer und Sachsenhausen
  • Eintritt: kostenlos, Aufzüge auf beiden Seiten vorhanden
  • Tipp: abends für Skyline-Fotos mit Spiegelung auf dem Wasser

Zoo Frankfurt: Zweitältester Zoo Deutschlands

Seit dem Jahr 1858 in Betrieb, ist der Zoo Frankfurt nach Berlin der zweitälteste Zoo Deutschlands. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg baute ihn Bernhard Grzimek, Zoo-Direktor von 1945 bis 1974, fast komplett neu auf. Sein Oscar-prämierter Film Serengeti darf nicht sterben machte ihn international bekannt. Auf 11 Hektar mitten in einem Wohngebiet liegt der Zoo bemerkenswert zentral.

Was ihn heute auszeichnet, ist die Vielfalt seiner Anlagen. Zu den Highlights zählen der Borgoriwald mit Gorillas und Schimpansen in naturnaher Umgebung, das Grzimek-Haus für nachtaktive Tiere wie Erdferkel und Fledermäuse, das Exotarium auf zwei Ebenen mit Krokodilen, Pinguinen, Schlangen und Spinnen sowie die Sumatra-Tiger-Anlage.

  • Adresse: Bernhard-Grzimek-Allee 1
  • Sommer bis 24. Oktober 2026: täglich 9 bis 19 Uhr
  • Eintritt: 12 Euro Erwachsene, 6 Euro Kinder von 6 bis 17 Jahren, unter 6 Jahren frei
  • 365 Tage im Jahr geöffnet, Anfahrt U6/U7 Zoo

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Omaze Team