Was ist das teuerste Restaurant in Frankfurt?

Frankfurt spricht nicht laut von sich. Während München mit Spitzenlokalen hausiert und Berlin ständig neue Konzepte feiert, passiert in der Mainmetropole etwas Stilleres, aber nicht weniger Bedeutsames. Wer hier genau hinschaut, findet eine Restaurantszene, die sich in den letzten Jahren leise an die Spitze gearbeitet hat, und die Michelin-Verleihung vom 23. Juni 2026 hat das schwarz auf weiß bestätigt.

Fünf neue Sterne in einer einzigen Stadt, darunter gleich zwei neue Zwei-Sterne-Häuser. Das hat es in Deutschland lange nicht gegeben.

Was ist das teuerste Restaurant in Frankfurt?

Das renommierteste und teuerste Restaurant Frankfurts sitzt in der Palmengartenstraße 11, direkt am Rand des Palmengartens im Westend: das Lafleur. Zwei Michelin-Sterne, fünf Hauben im Gault&Millau, Mitglied bei Relais & Châteaux seit dem Jahr 2015 und seit dem Jahr 2018 Teil der Les Grandes Tables du Monde, also der 200 besten Restaurants der Welt.

Was kostet ein Abend hier? Ein Menü mit drei bis sieben Gängen liegt zwischen 125 und 290 Euro pro Person. Weinbegleitung kommt dazu, und Sommelière Valerie Poulter führt die Gäste durch über 1.000 Positionen. Wer nach einem Abend sucht, bei dem jeder Gang eine eigene Geschichte erzählt, findet in Frankfurt keine bessere Adresse.

Andreas Krolik und sein Weg ans Lafleur

Andreas Krolik wollte ursprünglich Förster werden. Er stammt aus Sachsen-Anhalt und seine Kindheit ist geprägt durch lange Sommer im Thüringer Wald mit seinem Onkel, einem Förster – doch letzten Endes entschied er sich doch für die Küche. Diese Biografie klingt nach Umweg, entpuppt sich aber als roter Faden: Sein Gespür für Natur, Saisonalität und Produkte zieht sich durch jedes Gericht.

Sein Werdegang über das Brenners Park Hotel in Baden-Baden und den Frankfurter Tigerpalast liest sich wie eine Sammlung von Meilensteinen:

  • Erster Michelin-Stern im Jahr 2005 im Brenners Park Hotel
  • Zweiter Michelin-Stern im Jahr 2010 im selben Haus
  • Zwei Sterne im Jahr 2013 im Tigerpalast Frankfurt, nach nur 15 Monaten
  • Übernahme des Lafleur im Jahr 2015, im November desselben Jahres sofort wieder zwei Sterne
  • Gault&Millau „Koch des Jahres 2017", 19 von 20 möglichen Punkten
  • Fünf Hauben Gault&Millau im Jahr 2025, die Höchstauszeichnung

Kroliks Küche nennt er selbst „zeitgemäße Klassik": französische Haute Cuisine, mediterrane Einflüsse, herausragende regionale Produkte. Ein typischer Teller: gebratenes Filet vom Black Cod mit Macadamia-Reiscrunch und Apfel-Currysauce. Klingt stimmig, und das ist genau der Punkt, denn diese Selbstverständlichkeit steckt hinter Jahren handwerklicher Präzision.

Hier kommt der Clou: Das vegane Menü steht dem omnivoren nicht nach. Krolik entwickelt seine „Ethical Vegan Cuisine" seit dem Jahr 2014, und im Jahr 2016 erhielt sie als weltweit erstes rein veganes Menü zwei Michelin-Sterne. Kein Ersatz, kein Kompromiss, sondern ein eigenständiges Fine-Dining-Konzept.

Rausch und The Dune als Frankfurts neue Zwei-Sterne-Adressen

Die Michelin-Verleihung im Juni 2026 hat Frankfurt überrascht. Gleich zwei Häuser sprangen auf zwei Sterne, beide mit Geschichten, die man sich merkt.

Das Rausch von Jochim Busch sitzt in der Reuterweg 57 im Westend, genau dort, wo Busch zuvor das Gustav zu zwei Sternen geführt hatte. Auf Anhieb zwei Sterne für ein Restaurant, das erst im Jahr 2025 eröffnet hat. Der Michelin lobt „klare moderne Küche" mit Gerichten, die „ausdrucksstark und kontrastreich, aber nie überladen" sind. Vier oder fünf Gänge, auf Wunsch erweiterbar, einige Tische mit direktem Blick in die offene Küche. Das Menü mit fünf Gängen kostet aktuell 210 Euro.

Das eigentliche Highlight kommt noch: The Dune im Luxushotel The Florentin in Sachsenhausen, dem früheren Villa Kennedy, bekam ebenfalls auf Anhieb zwei Sterne, dazu den Special Award „Opening of the Year" für die beste Neueröffnung des Jahres. Küchenchef Niclas Nußbaumer kocht laut Michelin „urban und kosmopolitisch", seine Küche gilt als „technisch ausgesprochen versiert" mit „eleganten, wunderbar harmonischen Aromen". Das Haus kam im April 2026 überhaupt erst in die Empfehlungsliste des Guide, zwei Monate später zwei Sterne.

Frankfurt hat damit plötzlich drei aktive Zwei-Sterne-Restaurants gleichzeitig, das Lafleur, das Rausch und The Dune.

Restaurant Michelin 2026 Küchenchef Menü ca. Stadtteil
Lafleur 2 Sterne Andreas Krolik 125 bis 290 Euro Westend
Rausch 2 Sterne (neu 2026) Jochim Busch 210 Euro, 5 Gänge Westend
The Dune 2 Sterne (neu 2026) Niclas Nußbaumer auf Anfrage Sachsenhausen
Seven Swans 1 Stern + Grüner Stern Ricky Saward ca. 150 Euro Altstadt
Lohninger 1 Stern (neu 2026) Mario Lohninger auf Anfrage Sachsenhausen
Main Tower Restaurant 1 Stern Martin Weghofer 5 bis 7 Gänge Innenstadt
L'Arôme Empfehlung Hai Hoang Minh 118 bis 146 Euro Stadtmitte
Bidlabu 1 Stern Janina Allgaier Bistroformat Innenstadt

Seven Swans am Main mit dem grünen Gewissen

Ricky Saward kocht im schmalsten Haus Frankfurts, direkt am Mainufer in der Altstadt, mit Fensterfronten, die den Main so nah wirken lassen, als könnte man hineinspringen. Rein vegan, konsequent regional, kompromisslos saisonal, mit Zutaten, die großteils vom eigenen Biobauernhof kommen.

Der Michelin gab ihm einen regulären Stern und zusätzlich den Grünen Michelin-Stern für Nachhaltigkeit. Was ihn von anderen Konzepten unterscheidet, ist die Ernsthaftigkeit: kein Greenwashing, kein Performance-Veganismus, sondern ein Betrieb, der von der Produktion bis zum Teller denkt.

Drei Dinge, die das Seven Swans besonders machen:

  • Gäste werden von den Köchen selbst bedient, kein klassischer Servicebetrieb
  • Ein Abend dauert rund vier Stunden, das Tasting Menü kostet rund 150 Euro
  • Plätze sind seit Jahren schnell ausgebucht, Reservierungen also früh vornehmen

Lohninger, Main Tower und Bidlabu als starke Einzel-Stern-Adressen

Das Lohninger in der Schweizer Straße in Sachsenhausen gehört in Frankfurt seit Jahren zu den festen Adressen der gehobenen Küche, und im Jahr 2026 hat der Michelin das mit einem Stern bestätigt. Mario Lohninger verbindet österreichische Wurzeln mit asiatischen und mediterranen Einflüssen. Bekannt für ein Wiener Schnitzel, das Drei-Sterne-Koch Christian Bau als „das beste Wiener Deutschlands" bezeichnet hat. Das ist kein Marketing-Zitat, denn wer Bau kennt, weiß, dass er solche Aussagen nicht leichtfertig trifft.

Das Main Tower Restaurant löst ein Versprechen ein, das viele Restaurants mit Skyline-Lage nicht halten: Es ist gut genug für den Stern, den es trägt. 53. Stock, 187 Meter Höhe, Küchenchef Martin Weghofer arbeitet mit asiatisch-japanischen Einflüssen, fünf bis sieben Gänge aus der Abendkarte. Der Blick ist phänomenal, aber nicht der einzige Grund, warum man hier essen geht.

Das Bidlabu in einer Hintergasse der Innenstadt beweist, dass Michelin-Küche kein Palastambiente braucht. Küchenchefin Janina Allgaier und André Rickert kochen klassisch ausgerichtet, mit Kreativität und in einer Atmosphäre, die Gourmetbistro mit Großstadtflair verbindet. Ein Stern für ein Lokal, das nicht von seiner Lage lebt, sondern ausschließlich von dem, was auf den Teller kommt.

Was macht Frankfurt in 2026 zur spannendsten Restaurantszene Deutschlands?

Frankfurt hat jetzt zehn mit mindestens einem Michelin-Stern ausgezeichnete Restaurants. Eine Zahl, die vor fünf Jahren noch undenkbar war. Und es gibt eine Verschiebung, die Kenner aufhorchen lässt: Die neuen Sterne gehen nicht an etablierte Platzhirsche, sondern an frische Konzepte, junge Küchenchefs und Hotelrestaurants.

Was der Guide Michelin mit der Verleihung 2026 zeigt:

  • Herausragende Produktqualität allein reicht heute nicht mehr aus
  • Ein klares Konzept und Nachhaltigkeit gewinnen für Spitzenbewertungen zunehmend an Bedeutung
  • Hotelrestaurants spielen plötzlich in der Ersten Liga, The Dune macht das exemplarisch vor
  • Frankfurt verlor auch einen Stern, Carmelo Greco in Sachsenhausen schied aus, denn dieser Markt schützt keine Traditionen um ihrer selbst willen

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AUTOR

Carlos Arad

Carlos ist Autor bei Omaze Deutschland und schreibt seit Jahren zu Themen rund um Finanzen, Lifestyle und Immobilien. Seine Leidenschaft für besondere Immobilien hat er bereits in seiner Kindheit als Sohn eines Bauleiters für sich entdeckt.