Ranking: Welches ist das teuerste Restaurant der Welt?

1.650 Euro für ein Abendessen. Zwölf Gäste. Ein Tisch. Und ein Raum, der während des Essens zur Tiefsee wird, dann zum Dschungel, dann zur Mondlandschaft. Sublimotion auf Ibiza ist kein Restaurant im klassischen Sinn, sondern eine dreistündige Show, bei der das Essen und die Inszenierung gleichberechtigt nebeneinander stehen. Und es gilt als das teuerste Restaurant der Welt, gemessen am Menüpreis pro Person.

Welches ist das teuerste Restaurant der Welt?

Sublimotion im Hard Rock Hotel Ibiza gilt in internationalen Rankings als das teuerste Restaurant der Welt. Das 20-Gänge-Menü kostet je nach Saison zwischen 1.500 und knapp 2.000 Euro pro Person, Champagner und Wein sind meist inbegriffen. Die Küche liegt bei Zwei-Michelin-Sterne-Koch Paco Roncero, der das Konzept als „gastrosensorische Show" entwickelt hat. Eröffnet wurde Sublimotion im Jahr 2014.

Eine Einschränkung vorab: Im eng gefassten Segment der Michelin-prämierten Häuser liegt das Tokioter Restaurant Ginza Kitafuku mit einem Tasting Menu von rund 2.010 Euro pro Person noch über dem Sublimotion-Preis. Wer jedoch über alle Kategorien hinweg das Restaurant mit dem höchsten dokumentierten Menüpreis sucht, landet bei Sublimotion.

Sublimotion Ibiza: Was 1.650 Euro pro Abend bieten

Das Restaurant befindet sich im Hard Rock Hotel Ibiza an der Playa d'en Bossa in Sant Josep de sa Talaia. Es gibt genau einen Tisch. Pro Abend findet eine einzige Sitzung statt, mit maximal zwölf Gästen. Geöffnet ist es saisonal vom 1. Juni bis 30. September, was die Jahreskapazität auf grob 1.000 bis 1.400 Gäste begrenzt.

Der Raum ist als Black Box konzipiert: Keine klassische Dekoration, keine Fenster, keine Außenwelt. Stattdessen hochauflösende Projektionsflächen an Wänden und Boden, Surround-Sound und präzise gesteuerte Lichttechnik. Jeder der 20 Gänge ist einem eigenen Szenario zugeordnet. Was das in der Praxis bedeutet:

  • Meeresfrüchte mit Beluga-Kaviar und Seeigelrogen, serviert während projizierten Fischen und einem virtuellen Meeresboden
  • Hummer-Bolognese, dekonstruiert und molekular neu inszeniert
  • Desserts, bei denen Temperatur-, Licht- und Klangwechsel den Geschmack subjektiv verändern
  • Virtual-Reality-Brillen für bestimmte Gänge, die die Gäste in vollständig virtuelle Umgebungen versetzen
  • Interaktive Projektionen auf dem Tisch, die Zutaten visualisieren und Herkunft der Produkte in Echtzeit darstellen

Musik, Projektionswechsel, Temperatur- und Duftimpulse sowie die Anrichtung der Teller sind exakt aufeinander abgestimmt. Das Timing ist Millisekunden-genau geplant.

Wer ist Paco Roncero, der Kopf hinter Sublimotion?

Paco Roncero, voller Name Francisco Roncero, wurde am 3. Dezember 1969 in Madrid geboren und gilt als einer der wichtigsten Vertreter der „Nueva Cocina Española", der neuen spanischen Küche. Er absolvierte seine Ausbildung an der Escuela Superior de Hostelería y Turismo de Madrid und arbeitete danach im Zalacaín, einem der ersten spanischen Drei-Sterne-Restaurants, und im Hotel Ritz Madrid.

1991 wechselte er zum Casino de Madrid. Unter seiner Leitung erhielt das dortige Restaurant La Terraza del Casino zwei Michelin-Sterne und drei Repsol-Sonnen. Zu seinen Auszeichnungen zählen der Nationale Gastronomiepreis der Real Academia de Gastronomía aus dem Jahr 2006 und der Titel „Chef L'Avenir" der International Academy of Gastronomy aus dem Jahr 2005.

Sublimotion entstand in Ronceros Forschungs- und Entwicklungsatelier im Casino de Madrid, wo er gemeinsam mit einem Team aus Köchen, Ingenieuren, Designern und Künstlern an neuen gastronomischen Formen arbeitete. Das Konzept wurde dann im Hard Rock Hotel Ibiza umgesetzt, gemeinsam mit dem Unternehmer Eduardo González realisiert. Roncero ist Executive Chef und künstlerischer Leiter des Projekts.

Wie teuer ist Sublimotion im Vergleich zu anderen Top-Restaurants?

Die Preisunterschiede innerhalb der Weltklasse-Gastronomie sind erheblich. Zum direkten Vergleich:

Restaurant Ort Menüpreis pro Person Besonderheit
Sublimotion Ibiza, Spanien 1.500 bis 1.900 Euro, inkl. Champagner und Wein Ein-Tisch-Restaurant, multisensorische Show, 12 Plätze, saisonal
Ginza Kitafuku Tokio, Japan ca. 2.010 Euro, ohne Getränke Teuerstes Michelin-Restaurant weltweit, Fokus auf Wagyu-Omakase
Ultraviolet by Paul Pairet Shanghai, China ca. 1.160 Euro, 20 Gänge Ein-Tisch-Konzept, drei Michelin-Sterne, März 2025 geschlossen
Masa New York, USA ca. 650 bis 750 US-Dollar, ohne Getränke Hochpreisiges Sushi
Geranium Kopenhagen, Dänemark ca. 435 Euro Drei Michelin-Sterne, klassisches Fine Dining
Alain Ducasse at The Dorchester London, UK ca. 300 bis 400 Euro Drei Michelin-Sterne
Guy Savoy Paris, Frankreich ca. 300 bis 400 Euro Drei Michelin-Sterne

Der Vergleich zeigt: Sublimotion liegt im Preis zwar unter Ginza Kitafuku, aber über allen anderen Häusern dieser Liste. Und anders als Ginza Kitafuku schließt der Preis bei Sublimotion Champagner und Wein ein, was den Abstand beim Gesamtpreis pro Gast wieder verringert.

Was ist mit Ultraviolet in Shanghai, dem anderen Ein-Tisch-Restaurant?

Ultraviolet war das direkte Pendant zu Sublimotion: Ein-Tisch-Restaurant, multisensorische Inszenierung, Licht- und Soundprojektionen, 20 Gänge für rund 1.160 Euro pro Person. Das Restaurant des französischen Kochs Paul Pairet in Shanghai war mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet und galt als eines der innovativsten Restaurants der Welt. Im März 2025 schloss Ultraviolet seine Türen. Sublimotion bleibt damit das einzige Ein-Tisch-Restaurant dieser Art, das noch aktiv arbeitet.

Lohnt sich der Preis?

TripAdvisor-Bewertungen und Reiseberichte beschreiben das Erlebnis mehrheitlich als einzigartig und unvergesslich, betonen aber auch, dass die Erwartungshaltung entscheidend ist. Wer ein klassisches Fine-Dining-Erlebnis erwartet, ist hier falsch. Wer ein theaterartiges Gesamterlebnis sucht, in dem das Essen Teil einer Inszenierung ist, bekommt etwas, das es in dieser Form nirgendwo anders gibt.

Was im Preis enthalten ist: das gesamte 20-Gänge-Menü, Champagner und ausgewählte Weine. Was nicht enthalten ist: die Reise nach Ibiza und die Unterkunft. Bei einem Menüpreis von 1.650 Euro pro Person für zwei Personen und einer Nacht im Hard Rock Hotel Ibiza rückt man schnell in Richtung 5.000 Euro für einen einzigen Abend.

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AUTOR

Carlos Arad

Carlos ist Autor bei Omaze Deutschland und schreibt seit Jahren zu Themen rund um Finanzen, Lifestyle und Immobilien. Seine Leidenschaft für besondere Immobilien hat er bereits in seiner Kindheit als Sohn eines Bauleiters für sich entdeckt.