Bereits im Jahr 1235 erhielt „Plawe", das bedeutet Flößerort, Stadtrecht. Fast 800 Jahre später prägt dieser mittelalterliche Kern noch immer das Bild der Stadt. Wer durch Plau am See schlendert, läuft durch eine Altstadt, die ihre Geschichte nicht inszeniert, sondern einfach noch lebt.
Hat Plau am See eine Altstadt?
Ja, und sie ist gut erhalten. Die Altstadt ist noch heute von den Fachwerk- und Backsteinhäusern der Ackerbürger geprägt und definitiv eine Sehenswürdigkeit. Wer vom Hafen kommt und Richtung Burgplatz läuft, erlebt enge Gassen, sanierte Fachwerkhäuser, und eine Stille, die sich von der an der Uferpromenade noch einmal unterscheidet.
Kleine Gassen mit liebevoll und aufwendig sanierten Fachwerkhäusern erzählen dem aufmerksamen Betrachter ihre lange Geschichte. Entlang der Elde spaziert es sich gut auf der Promenade von der Schiffsschleuse mit der „Hühnerleiter" vorbei an der Hubbrücke bis zum Aussichtsturm am Übergang zum Plauer See.
Was gibt es in der Altstadt von Plau am See zu sehen?
Plau nennt sich selbst die Stadt der drei Türme, und alle drei stehen in der Altstadt oder direkt angrenzend. Burgturm, Kirchturm und Leuchtturm sind allesamt begehbar und bieten einen Ausblick auf den Ort, die Landschaft und den Plauer See. Das ist in dieser Kombination selten, und von jedem der drei schaut man auf denselben Ort aus einem anderen Winkel.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Altstadt im Überblick:
- Evangelische Stadtkirche St. Marien: Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist ein architektonisches Juwel im Übergang von der Romanik zur Gotik. Der Aufstieg auf den 36 Meter hohen Turm belohnt mit einem weiten Blick über Plau und die Seenlandschaft. Der Baubeginn fällt in die Gründungszeit der Stadt um 1225, sie ist damit das älteste Gebäude der Stadt.
- Burgturm mit Wallanlage und Heimatmuseum: Der Burgturm Plau am See stammt aus den Jahren 1448 und 1449 und ist noch vollständig erhalten. Im Burghof befindet sich eine Ausstellung zu Handwerk und Industrie des 19. Jahrhunderts, Mittelpunkt ist der Plauer Erfinder Dr. Ernst Alban.
- Hubbrücke: Die Hubbrücke aus dem Jahr 1916 markiert den Übergang vom Plauer See in den Fluss Elde. Sie ist bis heute funktionstüchtig und hebt sich für Boote, die aus dem See in die Wasserstraße einfahren wollen.
- Rathaus im Stil der niederländischen Renaissance: Der mit Efeu bewachsene Bau stammt aus dem späten 19. Jahrhundert.
- Letztes erhaltenes Ackerbürgerhaus: Das letzte in Funktion erhaltene Ackerbürgerhaus ist in Plau am See zu besichtigen. Ackerbürger waren Stadtbewohner, die gleichzeitig Landwirtschaft betrieben, ein Typus, der heute fast nirgends mehr sichtbar ist.
- Leuchtturm am Hafen: Der Leuchtturm in Plau am See erreicht eine Höhe von 13,5 Metern und bietet einen Panoramablick auf See und Stadt.
Wann entstand die Altstadt von Plau am See?
Zahlreiche Funde und Wallanlagen erinnern an die slawischen Siedlungen der Obotriten, die den Grundstein der Stadt Plau am See bildeten. Die Obotriten, ein westslawischer Stammesverband, siedelten hier lange vor dem Stadtrecht. 1235 folgte dann die offizielle Stadtgründung, und aus dem Flößerort wurde eine planmäßig angelegte mittelalterliche Stadt mit Markt, Kirche und Befestigung.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt schwer beschädigt, mehrere Stadtbrände kamen in den Jahrhunderten danach dazu. Was heute noch steht, ist das, was diese Ereignisse überlebt hat oder danach sorgfältig wieder aufgebaut wurde. Als herausragende Zeitzeugen sind neben der Hubbrücke der Burgturm mit Wallanlage, die evangelische Stadtkirche St. Marien aus dem 13. Jahrhundert und das Plauer Rathaus im Stil der niederländischen Renaissance zu besichtigen.
Wie lange braucht man, um die Altstadt zu Fuß zu erkunden?
Eine Stunde reicht, um die wichtigsten Punkte zu sehen. Wer alle drei Türme besteigt, Burgmuseum und Kirche besucht und an der Elde-Promenade entlangläuft, ist gut zweieinhalb Stunden beschäftigt. Die Altstadt ist kompakt, alles liegt fußläufig beieinander, und es gibt keine Abschnitte, die sich nach Pflichtprogramm anfühlen.
Direkt neben der Altstadt liegen Hafen und Seepromenade. Wer morgens durch die Gassen läuft und mittags am Wasser sitzt, hat Plau am See in einem halben Tag erlebt, und wünscht sich abends, mehr Zeit mitgebracht zu haben.
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