Aktuelle Statistiken zu Wohnungen in Deutschland [09/2026]

Wohnungsmarkt, Eigentumsquote, Mietanteil – Zahlen zu Wohnen in Deutschland kursieren viele, und sie widersprechen sich manchmal scheinbar. 47 Prozent Eigentümer oder 53 Prozent Mieter? Beides stimmt, je nachdem ob man Haushalte oder Personen zählt. Dieser Beitrag bringt alle relevanten Statistiken auf den aktuellen Stand September 2026, sauber nach amtlichen Primärquellen belegt und mit den methodischen Feinheiten, die den Unterschied machen.

Wie viel Prozent der Deutschen haben Eigentumswohnungen?

Laut der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) 2023 des Statistischen Bundesamts besitzen 5.864.000 private Haushalte in Deutschland mindestens eine Eigentumswohnung – das entspricht 14,4 Prozent aller privaten Haushalte. Zum Vergleich: 2018 lag der Anteil bei 13,9 Prozent, 2013 bei 13,8 Prozent und 2008 bei 13,3 Prozent. Der Trend zeigt also ein langfristiges, aber langsames Wachstum.

Methodisch wichtig: Die EVS erhebt Immobilienbesitz auf Haushaltsebene, nicht auf Personenebene. Ein Haushalt kann aus mehreren Personen bestehen, von denen nicht alle automatisch als rechtliche Eigentümer im Grundbuch stehen. Die Formulierung „14,4 Prozent der Deutschen haben eine Eigentumswohnung“ wäre deshalb ungenau. Außerdem können sich die EVS-Kategorien überschneiden: Ein Haushalt, der sowohl eine Eigentumswohnung als auch ein Einfamilienhaus besitzt, wird in beiden Kategorien gezählt. Die vollständigen Rohdaten stehen im statistischen Bericht der EVS, Tabelle 63221-45.

Wie sich der Anteil der Haushalte mit Eigentumswohnung über die Zeit entwickelt hat:

Jahr Haushalte mit Eigentumswohnung Anteil aller Privathaushalte
2008 k. A. 13,3 %
2013 k. A. 13,8 %
2018 k. A. 13,9 %
2023 5.864.000 14,4 %

Wie viel Prozent der Deutschen leben in Mietwohnungen?

Laut Destatis und Eurostat lebten 52,8 Prozent der Bevölkerung in Deutschland im Jahr 2025 zur Miete – der höchste Wert in der gesamten Europäischen Union. Der Datensatz entstammt dem Eurostat-Datensatz ILC_LVHO02, der alle EU-Staaten nach derselben Methodik vergleicht.

Weil die Messung auf Personenebene und auf Haushaltsebene unterschiedliche Ergebnisse liefert, lohnt sich ein direkter Vergleich der drei gängigen Quoten. Alle drei Zahlen sind amtlich korrekt – sie messen nur verschiedene Dinge:

Messung Mieteranteil Eigentumsanteil Quelle & Stand
Personenbezogen (Bevölkerung) 52,8 % 47,2 % Eurostat ILC_LVHO02, 2025
Haushaltsbezogen (Mikrozensus) 58,2 % 41,9 % Destatis Mikrozensus, 2022
Wohnungsbezogen (Zensus) 55,7 % 44,3 % Zensus 2022

Der Unterschied zwischen personenbezogenem und haushaltsbezogenem Wert erklärt sich dadurch, dass Eigentümerhaushalte im Schnitt mehr Personen umfassen als Mieterhaushalte. In absoluten Zahlen: Im Mikrozensus 2022 lebten 22.881.000 von 39.314.000 betrachteten Haushalten zur Miete. Die wohnungsbezogene Eigentumsquote des Zensus 2022 von 44,3 Prozent gibt an, welcher Anteil aller bewohnten Wohnungen von Eigentümern selbst bewohnt wurde.

Wie viele Wohnungen gibt es in Deutschland?

Zum 31. Dezember 2025 gab es in Deutschland exakt 43.951.556 Wohnungen in Wohn- und Nichtwohngebäuden. Destatis rundet diese Zahl in der Pressemitteilung vom Juli 2026 auf 44,0 Millionen; die ungerundete Zahl steht in der amtlichen GENESIS-Tabelle 31231-0001.

Davon befanden sich 43.057.972 Wohnungen in Wohngebäuden einschließlich Wohnheimen; die Differenz entfiel auf Wohnungen in Nichtwohngebäuden. Je nach Abgrenzung können Veröffentlichungen deshalb leicht unterschiedliche Wohnungszahlen nennen, ohne dass eine davon falsch ist. Weitere Kenndaten des Bestands:

  • 527 Wohnungen je 1.000 Einwohner (rechnerische Bestandsdichte)
  • 4.131.529.000 m² gesamte Wohnfläche im Bestand
  • 185.722.776 Räume insgesamt
  • 95,0 m² durchschnittliche Wohnungsgröße (GENESIS-Datenbankwert; Pressetext nennt gerundet 94 m²)

Wie ist die Entwicklung der Anzahl von Wohnungen in Deutschland?

Der amtlich fortgeschriebene Wohnungsbestand stieg von 41.446.271 Wohnungen Ende 2015 auf 43.951.556 Wohnungen Ende 2025. Das ist ein Nettozuwachs von 2.505.285 Wohnungen beziehungsweise 6,0 Prozent innerhalb von zehn Jahren. Die vollständige Jahresreihe entstammt der GENESIS-Tabelle 31231-0001, die Destatis nach Abschluss des Zensus 2022 neu justiert hat. Ältere Pressemitteilungen können für denselben Zeitraum frühere Fortschreibungsstände enthalten und sind deshalb nicht mehr maßgeblich.

Wichtig: Die Nettoveränderungen in der Tabelle sind keine Baufertigstellungszahlen. In der Bestandsfortschreibung werden neben Zugängen auch Abgänge, Nutzungsänderungen und Bestandskorrekturen berücksichtigt.

Jahresende Wohnungen gesamt Veränderung zum Vorjahr
2015 41.446.271 –
2016 41.703.347 +257.076
2017 41.968.066 +264.719
2018 42.235.402 +267.336
2019 42.512.771 +277.369
2020 42.803.737 +290.966
2021 43.084.122 +280.385
2022 43.240.957 +156.835
2023 43.517.219 +276.262
2024 43.755.726 +238.507
2025 43.951.556 +195.830

Auffällig ist der Einbruch im Jahr 2022 auf nur +156.835 Einheiten – weniger als halb so viel wie in den Jahren zuvor. Hier wirkten die stark gestiegenen Baukosten und Zinsen, die viele Projekte verlangsamten oder stoppten. 2023 erholte sich der Zuwachs wieder, bevor er 2024 und 2025 erneut nachgab. Der Trend zeigt: Der Bestand wächst, aber das Tempo verlangsamt sich.

Wie viel Wohnraum hat ein Deutscher im Durchschnitt?

Ende 2025 betrug die rechnerische Wohnfläche 49,5 m² je Einwohner, wie die Destatis-Pressemitteilung vom Juli 2026 ausweist. Gegenüber 2015 sind das 3,3 m² mehr, ein Zuwachs von 7,1 Prozent. Die gesamte Wohnfläche im Bestand wuchs im selben Zeitraum um 8,9 Prozent.

Diese Zahl ist eine rechnerische Kenngröße, die entsteht, wenn man die gesamte theoretisch verfügbare Wohnfläche – einschließlich leer stehender Wohnungen – durch die Bevölkerungszahl teilt. Sie beschreibt nicht die tatsächlich bewohnte Fläche und sagt nichts über die Verteilung aus. Wer über die methodischen Grenzen dieser Kennzahl mehr erfahren möchte, findet das in der Destatis-WISTA-Veröffentlichung 06/2025.

Zwei weitere Werte, die häufig verwechselt werden:

  • 95,0 m² – durchschnittliche Wohnungsgröße im Gesamtbestand (GENESIS-Datenbankwert Ende 2025)
  • 55,7 m² je Person – Mikrozensus-Kennzahl für ausschließlich bewohnte Wohnungen, 2022, nach neuer haushaltszentrierter Berechnungsmethode; nicht direkt mit den 49,5 m² vergleichbar

Wie entwickelt sich der Wohnungsmarkt in Deutschland?

Der deutsche Wohnungsmarkt zeigt 2025 und 2026 kein einheitliches Bild. Bestand, Neubau, Preise und Mieten entwickeln sich in verschiedene Richtungen und dürfen nicht zu einer einzigen Zahl zusammengefasst werden. Die wichtigsten Indikatoren im Überblick:

Neubau bricht ein, Pipeline erholt sich

Im Jahr 2025 wurden laut Destatis-Pressemitteilung vom Mai 2026 nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt – 18,0 Prozent weniger als 2024 und der niedrigste Wert seit 2012. Schon 2024 waren nur 251.900 Wohnungen gebaut worden, 14,4 Prozent weniger als 2023. Zwei Rückgangsjahre in Folge, beide mit zweistelligen Prozentwerten.

Die Genehmigungszahlen erholen sich jedoch. Im ersten Halbjahr 2026 wurden laut Destatis-Pressemitteilung vom August 2026 126.300 Wohnungen genehmigt, 15,1 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025. Der Zuwachs bei Neubauwohnungen betrug sogar 14,1 Prozent oder 2.200 Einheiten auf 17.800 im Juni 2026 allein. Genehmigungen sind aber noch keine Fertigstellungen; zwischen Genehmigung und Einzug vergehen in Deutschland in der Regel zwei bis vier Jahre.

  • 206.600 Fertigstellungen 2025 (Tiefstwert seit 2012)
  • 251.900 Fertigstellungen 2024 (−14,4 % zum Vorjahr)
  • 126.300 Genehmigungen erstes Halbjahr 2026 (+15,1 % zum Vorjahr)
  • 760.700 genehmigte, aber noch nicht fertiggestellte Wohnungen (Bauüberhang Ende 2025), davon 307.200 bereits im Bau

Kaufpreise steigen wieder

Der amtliche Häuserpreisindex stieg 2025 im Jahresdurchschnitt um 3,2 Prozent – das erste Jahresplus seit 2022, nach −8,5 Prozent in 2023 und −1,5 Prozent in 2024. Im ersten Quartal 2026 lagen die Preise laut Destatis-Pressemitteilung vom Juni 2026 1,4 Prozent über dem Vorjahresquartal und 0,3 Prozent über dem vierten Quartal 2025. Regional laufen die Entwicklungen auseinander:

  • Ein- und Zweifamilienhäuser in den Top-7-Metropolen: +1,4 % zum Vorjahr (Q1 2026)
  • Ein- und Zweifamilienhäuser in dünn besiedelten ländlichen Kreisen: −0,8 % zum Vorjahr
  • Eigentumswohnungen: zwischen −0,4 % (dicht besiedelte ländliche Kreise) und +3,6 % (dünn besiedelte ländliche Kreise)

Mieten steigen moderater

Die im Verbraucherpreisindex erfassten Nettokaltmieten erhöhten sich im Jahresdurchschnitt 2025 um 2,1 Prozent gegenüber 2024. Im Juli 2026 lagen sie 1,8 Prozent über dem Vorjahresmonat, wie die Destatis-Pressemitteilung vom August 2026 zeigt. Diese Reihe misst die Preisentwicklung des gesamten Mietwohnungsbestands – sie ist nicht mit Angebotsmieten neu inserierter Wohnungen gleichzusetzen, die in der Regel deutlich stärker steigen.

Leerstand: bundesweit 4,3 Prozent, aber ungleich verteilt

Beim Zensus-Stichtag 15. Mai 2022 standen bundesweit rund 1,9 Millionen Wohnungen leer, entsprechend einer Leerstandsquote von 4,3 Prozent. Weniger als ein Drittel davon war innerhalb von drei Monaten tatsächlich bezugsfertig. Dieser bundesweite Wert darf nicht mit verfügbarem Angebot in angespannten Städten gleichgesetzt werden: Leerstand tritt regional auf, ist häufig baulich nicht nutzbar oder hat andere Ursachen.

Omaze Verlosung

Gewinne das Mainhattan Penthouse im Wert von 2 Mio. €

  • ✓154 m² Penthouse direkt am Main mit Dachterrasse & Whirlpool
  • ✓Vollständig eingerichtet + 100.000 € direkt auf dein Konto
  • ✓Keine Grunderwerbsteuer, keine Notarkosten – eine Person gewinnt garantiert
Jetzt mitmachen

Bei Omaze verlosen wir regelmäßig Häuser im Millionenwert, vollständig eingerichtet, schlüsselfertig, inklusive 100.000 Euro steuerfrei zum Einleben. Keine Grunderwerbsteuer, keine Notarkosten. Einziehen, vermieten oder verkaufen, die Entscheidung liegt bei dir. Aktuelle Verlosungen auf omaze.de. Eine Person gewinnt garantiert. Warum nicht du?

AUTOR

Carlos Arad

Carlos ist Autor bei Omaze Deutschland und schreibt seit Jahren zu Themen rund um Finanzen, Lifestyle und Immobilien. Seine Leidenschaft für besondere Immobilien hat er bereits in seiner Kindheit als Sohn eines Bauleiters für sich entdeckt.